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Verdi kündigt Protestaktion gegen Easyjet-Arbeitsplatzabbau in Berlin an

Easyjet will im Zuge der Corona-Krise ihre Berlin-Basis halbieren. Daher hat Verdi für Donnerstag eine Protestaktion angekündigt. Der Billigflieger hat einen ambitionierten Zeitplan für den Arbeitsplatzabbau.

Easyjet-Flugzeug am Flughafen Berlin-Tegel. © Berliner Flughäfen

Die Gewerkschaft Verdi hat für den kommenden Donnerstag (24. September) die Easyjet-Beschäftigten am Standort Berlin zu einer Protestaktion gegen den geplanten Arbeitsplatzabbau aufgerufen. Der zuständige Gewerkschaftssekretär Holger Rößler rechnet gegenüber airliners.de mit 300 Teilnehmenden vor dem Intercity-Hotel am Flughafen Schönefeld. Stattfinden soll die Aktion zwischen 9 und 11 Uhr.

Vertreter von Easyjet und der Personalvertretung werden sich zeitgleich zu Verhandlungen treffen. "Mit der Protestaktion soll der Personalvertretung und den gewerkschaftlichen Tarifkommissionen der Rücken gestärkt werden", so Rößler weiter. Zwar habe es in der Vergangenheit bereits Gespräche gegeben, diese seien aber bisher ergebnislos zu Ende gegangen, so der Gewerkschaftssekretär.

Erste Entlassungen im November

Easyjet drücke laut Rößler beim Thema Arbeitsplatzabbau aufs Tempo. Der Billigflieger wolle bis Ende Oktober alles "unter Dach und Fach haben", um dann im November die ersten Mitarbeiter entlassen zu können.

Verdi schlägt der Billig-Airline verschiedene Szenarien vor. Nach dem Willen der Gewerkschaft könnte die Kurzarbeitsregelung bis 31. Dezember 2021 verlängert werden. Ein weiteres Instrument sieht Verdi in erweiterten Teilzeitangeboten sowie dem Wechsel in das europäische Netzwerk der Airline. Auch Abfindungen oder Vorruhestandsregelungen sind aus Sicht von Verdi möglich. Oberstes Ziel sei es dennoch, so viele Arbeitsplätze wie möglich in Berlin zu halten.

Easyjet teilte auf Anfrage mit, dass der Konsultationsprozess mit der Personalvertretung noch andauere und es daher noch keine finalen Entscheidungen über die Vorschläge zur Verkleinerung der Basis getroffen wurde. Die Airline haben Vorschläge unterbreitet, die Zahl der in Berlin stationierten Flugzeuge und damit zusammenhängende Arbeitsplätze im Zuge von Corona zu reduzieren. Mehr könne man aufgrund der andauernden Verhandlungen mit der Personalvertretung derzeit nicht sagen. Gleichzeitig bedauere Easyjet, "dass Vorschläge zur Reduzierung von Flugzeugen und Besatzung für unseren Berliner Flugbetrieb notwendig sind".

Keine innerdeutschen Verbindungen mehr

Der Billigflieger hatte Anfang Juli mitgeteilt, im Zuge der Corona-Krise ihre Präsenz in Berlin deutlich zu reduzieren. Easyjet wird zum Winterflugplan 16 der 34 in Berlin stationierten Flugzeuge abziehen und die Mitarbeiterzahl an der größten Basis in Deutschland reduzieren. Laut Gewerkschaft sollen dementsprechend rund 740 der knapp über 1500 Stellen abgebaut werden.

© Berliner Flughäfen, Lesen Sie auch: Verdi fordert Jobgarantien von Easyjet für Berlin

Die Planungen sehen auch einen Netzumbau vor. Man werde künftig nur noch europäische Städte- und Urlaubsziele anbieten, schreibt Easyjet, die seit dem Air-Berlin-Aus der größte Anbieter in der Hauptstadt ist. Damit wird die Airline voraussichtlich die innerdeutschen Verbindungen nicht mehr aufnehmen.

Von: br

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