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Bodenpersonal stimmt Krisenvereinbarung mit Lufthansa zu

Die nun bestätigte Einigung zwischen Lufthansa und ihrem Bodenpersonal ist ein wichtiger Schritt für die kurzfristige Kostensenkung bei der Airline. Auf lange Sicht stehen aber wohl noch harte Verhandlungen an.

Mitarbeiter vor einer neu lackierten Lufthansa-Maschine. © dpa / Axel Heimken

Das von Lufthansa und Verdi im November vereinbarte Krisenpaket für insgesamt rund 35.000 Lufthansa-Mitarbeiter am Boden wurde von den Verdi-Mitgliedern abgesegnet, wie die Gewerkschaft mitteilte. Die Zustimmung habe bei 71 Prozent gelegen, was für die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle vor allem ein Zeichen der Kollegialität ist. "Die breite Zustimmung zu dieser Vereinbarung ist vor allem ein Votum zur Solidarität der Beschäftigten im Lufthansa-Konzern, kein Vertrauensbeweis für das Unternehmen."

Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann betonte, dass die Beschäftigten damit "einen großen Beitrag zur Zukunfts- und Beschäftigungssicherung" leisteten. Jedoch seien nun alle Beteiligten aufgefordert, "auch Maßnahmen für die Zeit ab 2022 zu vereinbaren".

Dafür müsse jedoch gelten, dass sich Lufthansa nicht aus ihrer sozialen Verantwortung zurückziehe, so Behle. Der Konzern müsse in der Krise weiter für die Beschäftigten und deren "Sicherheit, Anerkennung und gute Arbeitsplätze" einstehen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Lufthansa hatten sich Mitte November nach monatelangen Verhandlungen auf das Krisenpaket bis Ende 2021 verständigt. Es sieht Einsparungen des Bodenpersonals in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro vor: Die Beschäftigten verzichten auf Gehaltserhöhungen und Sonderzahlungen, außerdem wird die Aufstockung zum Kurzarbeitergeld von 90 auf 87 Prozent abgesenkt. Zudem werden Modelle zur Arbeitsreduzierung wie Altersteilzeit ausgeweitet.

Die Lufthansa rechnet nach eigenen Angaben damit, dass dadurch im kommenden Jahr die Personalkosten am Boden um bis zu 50 Prozent gesenkt werden können. Dafür verzichtet der von der Corona-Krise schwer getroffene Konzern bis Ende März 2022 auf Entlassungen.

Die am 11. November 2020 getroffene Vereinbarung hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2021. Die Tarifparteien hatten laut in über zwanzig Verhandlungsrunden um ein Ergebnis gerungen. Lufthansa hatte zeitweise den Verhandlungstisch verlassen.

Von: dk mit afp

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