Verdi droht LSG mit Streik bei Verkauf ohne soziale Sicherung

Die Arbeitnehmervertreter bei den LSG Sky Chefs wollen vor dem Verkauf des Unternehmens noch einen Tarifvertrag schließen, um Arbeitsplätze und Sozialstandards zu sichern. Gelingt dies nicht, drohen ab Ende der Woche Streiks.

Ein Fahrzeug der LSG Sky Chefs. © dpa / Daniel Reinhardt

Die Gewerkschaft Verdi wehrt sich gegen den Verkauf der LSG an Gategroup. Verdi droht mit Streiks, sollten die Absicherung von Sozialstandards und Arbeitsplätzen der Beschäftigten nicht vor dem Verkauf geregelt werden. Lufthansa will ihre Catering-Tochter schon seit längerer Zeit veräußern und hatte am Dienstag per ad-hoc-Mitteilung verkündet, mit Marktführer Gategroup einen Käufer gefunden zu haben.

Die Gewerkschaft hat laut Mitteilung auf der eigens eingerichteten Website "lsgnot4sale.de" nicht vom Unternehmen selbst, sondern aus den Medien von dem Verkauf erfahren. "Das ist respektlos!", heißt es. Man gehe davon aus, dass in den nächsten zwei Wochen der Kaufvertrag unterschrieben werde und halte den Verkauf weiterhin für falsch.

Verdi-Verhandlungsführerin Katharina Wesenick hatte zuvor zu der aktuellen Verkaufsankündigung gesagt: "Wir gehen davon aus, dass der neue Eigentümer Tarifabsenkungen plant."

Verdi will Tarifvertrag noch vor Verkauf

Verdi sieht den Lufthansa-Vorstand in der sozialen Verantwortung für die Mitarbeiter der LSG. Bisher sei davon aber keine Spur: "Die vielen Gespräche haben bis jetzt zu keinem Ergebnis geführt." Am Freitag sollen nun weitere Verhandlungen mit der Lufthansa geführt werden. Dort will die Gewerkschaft Zusagen für die soziale Sicherung der Beschäftigten erreichen.

Vor einer Vertragsunterzeichnung mit Gategroup verlangt Verdi vom Kranich einen Tarifvertrag. Dieser werde gebraucht, um die Belegschaft vor Einkommensverlusten zu schützen. "Die Zusage vor dem Signing ist wichtig, damit die Kosten für unsere soziale Sicherung noch in den Verkaufspreis eingehen kann (sic!)."

Da der Verkauf an Gate Group nun allerdings feststehe, werde man erst Recht so schnell wie möglich mit dem zukünftigen Eigner Gespräche führen.

Streikvorbereitungen laufen bereits

Für den Fall erfolgloser Verhandlungen mit der Lufthansa könnten der LSG ab Ende der Woche Streiks ins Haus stehen: "Sollten die Verhandlungen am Freitag erneut kein akzeptables Ergebnis bringen, werden wir streiken!!", teilt Verdi den Mitarbeitern mit. Die Belegschaft müsse sich unmittelbar auf einen Streik vorbereiten, heißt es.

Man werde eine Absenkung der Standards nicht einfach hinnehmen. Der Kampf sei mit der offiziellen Ankündigung des Verkaufs nicht vorbei. "Auch Gate Gourmet wird uns nicht einfach ohne unser Zutun etwas geben, wenn wir nicht bereit sind dafür zu kämpfen."

Die LSG-Beschäftigten haben im Schulterschluß mit Verdi in den letzten Monaten immer wieder öffentlich auf ihre Befürchtungen einer Präkarisierung ihrer Arbeitsplätze bei einem Verkauf hingewiesen.

Gategroup gehört seit April der asiatischen Investmentgesellschaft RRJ Capital. Die ehemalige Swissair-Tochter wurde 2016 von HNA übernommen und von der Schweizer Börse aus dem Handel genommen. Die LSG Sky Chefs beschäftigen weltweit rund 35.000 Mitarbeiter, davon etwa 7000 in Deutschland.

© airliners.de, Gunnar Kruse Lesen Sie auch: Lufthansa verkauft Cateringtochter LSG Sky Chefs an Gategroup

Von: hr

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