Verdi sagt LSG-Streik nach neuem Lufthansa-Angebot vorerst ab

Die Verdi-Beschäftigten der LSG Sky Chefs werden vorerst nicht streiken, behalten sich weitere Arbeitskampf-Maßnahmen allerdings vor. Vor dem Verkauf an Gategroup will Verdi Arbeitsbedingungen und Einkommen sichern.

LKWs von LSG Sky Chefs an einem Airbus A380 von Korean Air © AirTeamImages.com / Ralf Meyermann

Die Beschäftigten der Lufthansa-Cateringsparte können beim geplanten Verkauf ihres Unternehmens nun auf Altersteilzeitmodelle hoffen. Das hat der Konzern der Gewerkschaft Verdi angeboten, die daraufhin den geplanten Streik in den LSG-Großküchen abgesagt hat. Auch längere Fristen für mögliche Ausgleichszahlungen wurden in Aussicht gestellt. "Wir begrüßen, dass die Lufthansa sich auf uns zu bewegt", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Katharina Wesenick.

Beide Seiten wollen über die nachgebesserte Offerte an diesem Mittwoch verhandeln. Der Streik sei nur auf Pause gesetzt, nicht auf Stopp, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Katharina Wesenick. Die Möglichkeit von Altersteilzeitmodellen wolle man ausloten. Sie gehe weiterhin von einer hohen Streikbereitschaft der Beschäftigten aus.

Das Unternehmen wollte sich am Montag nicht zu Zwischenständen der laufenden Verhandlungen äußern. Wegen des abgesagten Streiks sei die Bordverpflegung auf den meisten Flügen wie gewohnt gewährleistet, sagte ein Sprecher. Zu kleineren Einschränkungen sei es lediglich auf innerdeutschen und europäischen Flügen gekommen.

Als Grund für den angekündigten Streik hatte Verdi am Samstag die zunächst unzureichenden Angebote der Lufthansa zur Einkommenssicherung der Beschäftigten genannt. Verdi hatte wegen des angekündigten Streiks vor allem bei Langstreckenflügen von den Airports Frankfurt und München mit Ausfällen und Verspätungen gerechnet.

LSG geht an Gate Gourmet

Hintergrund des Konflikts ist der bevorstehende Verkauf von LSG Sky Chefs an das Unternehmen Gate Gourmet. Die LSG-Beschäftigten haben im Schulterschluß mit Verdi in den letzten Monaten immer wieder öffentlich auf ihre Befürchtungen einer Präkarisierung ihrer Arbeitsplätze bei einem Verkauf hingewiesen.

Lufthansa will den europäischen Teil der LSG mit rund 9500 Beschäftigten an den Weltmarktführer Gategroup aus der Schweiz verkaufen. 7000 Jobs entfallen auf deutsche Werke an den Flughäfen. Die Beschäftigten fürchten bei einer Übernahme Stellenstreichungen und massive Einkommensverluste.

Gategroup gehört seit April der asiatischen Investmentgesellschaft RRJ Capital. Die ehemalige Swissair-Tochter wurde 2016 von HNA übernommen und von der Schweizer Börse aus dem Handel genommen. Die LSG Sky Chefs beschäftigen weltweit rund 35.000 Mitarbeiter, davon etwa 7000 in Deutschland.

Von: hr, afp, dpa

Lesen Sie jetzt
Themen
Verdi Lufthansa Streik Tarifvertrag Personal Management Dienstleister LSG Sky Chefs