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Die Gewerkschaft Verdi hat zu Streiks aufgerufen. © dpa / Carmen Jaspersen

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten von Bodendienstleister AHS an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf zu kurzfristigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Diese werden auch "in den Herbstferien" stattfinden, heißt es in einer Verdi-Pressemitteilung. Damit würden "Flugausfälle und Verspätungen" wahrscheinlich.

Verdi wirft dem AHS-Management vor, die im Januar vereinbarte Lohnerhöhung für die rund 1000 Beschäftigten an den beiden NRW-Flughäfen "seit neun Monaten" zurückzuhalten. Ende Januar haben sich beide Seiten auf einen Tarifeinigung geeinigt. Allerdings hat AHS diesen Vertrag nie unterschreiben, wie ein Verdi-Sprecher auf Anfrage mitteilte.

Vorgesehen waren durchschnittliche Gehaltserhöhungen von rund acht Prozent. Langjährige Beschäftigte hätten eine Gehaltssteigerung von bis zu elf Prozent erwarten können. Als Laufzeit konnte man sich auf den 31. August einigen. Durch das Ausbleiben der Lohnerhöhungen und der coronabedingten Einführung von Kurzarbeit, müssten "zahlreiche Mitarbeiter nun mit nur 500 bis 600 Euro ihren Alltag beschreiten", so die Gewerkschaft weiter.

© dpa, Federico Gambarini Lesen Sie auch: Verdi und Abfertiger AHS unterschreiben Tarifvertrag

"Da alle Einigungsversuche seitens AHS abgelehnt wurden, sind die Beschäftigten mitten in dieser Krise gezwungen, die vereinbarte Lohnerhöhung durch Streiks durchzusetzen", erklärte Verdi Verhandlungsführer Marvin Reschinsky.

AHS widerspricht deutlich

AHS sprach gegenüber airliners.de von einem "rechtswidrigen Warnstreik". Man hätte sich im März mit den Verdi-Bundesvorstand eine Friedenspflicht geeinigt. Diese sah unter anderem vor, die Tarifeinigung "erst nach Ende der gravierenden, coronabedingten Krise in der Luftfahrt" umzusetzen.

Der Bodendiensleister bekräftigt aber weiter, zur Tarifeinigung zustehen. Man habe Verdi vorgeschlagen die vereinbarten Lohnsteigerungen ab dem 1. April 2021 mit einer verlängerten Laufzeit einzuführen. Verdi hätte dieses jedoch "leider abgelehnt".

Aufgrund des nun gebrochenen Stillhalteabkommens lehnt die AHS Verhandlungen über die Umsetzung der tariflichen Einigung zum derzeitigen Zeitpunkt jedoch ausdrücklich ab.

AHS mit deutlichen Umsatzeinbußen

Zudem kämpfe AHS aufgrund der Krise selbst ums Überleben. In diesem Jahr sei der Umsatz um 70 Prozent eingebrochen. "Als privatwirtschaftliches Unternehmen müssen wir alles, was wir ausgeben, an anderer Stelle auch einnehmen – das funktioniert aber nicht, wenn der Flugverkehr brach liegt“, erläutert Amélie Charisius, Geschäftsführerin der AHS Düsseldorf in einer Mitteilung.