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Verdi fordert Jobgarantien von Easyjet für Berlin

Easyjet verkleinert coronabedingt ihre Berlin-Basis kräftig. Rund 740 Mitarbeitern droht die Arbeitslosigkeit. Verdi fordert nun Jobgarantien für das betroffenen Personal und schlägt verschiedene Möglichkeiten vor.

Ein Flugzeug der Easyjet am Flughafen Berlin-Tegel. © Berliner Flughäfen

Die Gewerkschaft Verdi hat Easyjet angesichts der geplanten Halbierung der Berliner Flotte zu Gesprächen aufgefordert. "Unser Ziel ist es, so viele Arbeitsplätze wie möglich in Berlin zu erhalten. Uns ist es wichtig, den Luftfahrtstandort in der Hauptstadtregion zu sichern", so der zuständiger Gewerkschaftssekretär Holger Rößler in einer Mitteilung.

Verdi schlägt der Airline verschiedene Szenarien vor. Nach dem Willen der Gewerkschaft könnte die Kurzarbeitsregelung bis 31. Dezember 2021 verlängert werden. Ein weiteres Instrument sieht Verdi in erweiterten Teilzeitangeboten sowie dem Wechsel in das europäische Netzwerk der Airline. Auch Abfindungen oder Vorruhestandsregelungen sind aus Sicht von Verdi möglich.

© dpa, Nick Ansell/PA Wire Lesen Sie auch: Easyjet fährt Flugangebot zurück

Die Gewerkschaft appelliert auch an Easyjet als "verantwortlichen Arbeitgeber". Die Airline habe bei ihrem Start in Berlin 2018 damit geworben, ein sozial verantwortlicher Arbeitgeber zu sein. "Jetzt werden wir das Unternehmen an den eigenen Ansprüchen messen und erwarten, dass die Verhandlungen mit Easyjet so schnell wie möglich beginnen können", so Rößler weiter.

In einem Statement gegenüber airliners.de zeigte sich Easyjet gesprächsbereit. Man könne bestätigen, einen Brief von Verdi erhalten zu haben und wolle in Kürze mit einem Terminvorschlag für Gespräche antworten, so die Airline. Den angekündigten Arbeitsplatzabbau bedauere man sehr, die Entscheidung sei der Marktsituation geschuldet.

Berlin-Flotte wird um die Hälfte reduziert

Der Billigflieger hatte Anfang Juli mitgeteilt, im Zuge der Corona-Krise ihre Präsenz in Berlin deutlich zu reduzieren. Easyjet wird zum Winterflugplan 16 der 34 in Berlin stationierten Flugzeuge abziehen und die Mitarbeiterzahl an der größten Basis in Deutschland reduzieren. Laut Gewerkschaft sollen dementsprechend rund 740 der knapp über 1500 Stellen abgebaut werden.

Die Planungen sehen auch einen Netzumbau vor. Man werde künftig nur noch europäische Städte- und Urlaubsziele anbieten, schreibt Easyjet, die seit dem Air-Berlin-Aus der größte Anbieter in der Hauptstadt ist. Damit wird die Airline voraussichtlich die innerdeutschen Verbindungen nicht mehr aufnehmen.

Von: br, dk

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