Verdi stellt Forderungen für LSG-Verkauf an Lufthansa

Verdi fordert von der Lufthansa einen Schutz der LSG-Sky-Chefs-Mitarbeiter für den Fall des Verkaufs und lehnt diesen weiter ab. Die Gewerkschaft sieht Sozialstandards und die Sicherheit der Arbeitsplätze gefährdet.

Ein Mann rührt neben Schalen mit Gewürzen in einem großen Kochtopf in der Produktion der LSG Sky Chefs. © dpa / Daniel Reinhardt

Bei dem geplanten Verkauf der Lufthansa-Catering-Sparte LSG Sky Chefs verlangt die Gewerkschaft Verdi einen vertraglichen Schutz für die Mitarbeiter. Der Konzern solle in Verhandlungen zu einer "Best-Owner-Vereinbarung" eintreten, forderte das Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle am Montag laut einer Mitteilung. Darin solle festgehalten werden, dass im Falle eines Verkaufs ein neuer Eigentümer die Arbeitsplätze sichern und die bisherigen Sozialstandards einhalten müsse.

Lufthansa versicherte, sie wolle darauf achten, "dass der zukünftige potenzielle Eigentümer ein zukunftssicheres Geschäftsmodell und eine verantwortliche Strategie vorweisen kann, welche der LSG langfristige Perspektiven bietet". Die Arbeitnehmervertreter der LSG blieben "in den Prozess eingebunden".

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LSG ist profitabel

Der Lufthansa-Konzern hat die Tochter LSG Sky Chefs mit weltweit rund 35 000 Mitarbeitern offiziell zum Verkauf gestellt. Das Unternehmen steckt mitten in einer Sanierung und hat trotzdem im vergangenen Jahr mit einem operativen Gewinn von 115 Millionen Euro eines der besten Ergebnisse seiner Geschichte abgeliefert. Bereits gegen die Verlagerung von Küchen nach Tschechien hatte Verdi protestiert. In Deutschland sind rund 7000 Menschen bei der LSG beschäftigt.

"Wir lehnen den Verkauf der LSG nach wie vor entschieden ab", betonte Behle. "Ein solches Ansinnen ist sozial verantwortungslos und zudem wirtschaftlich äußerst fragwürdig." Behle kündigte weitere Proteste an. Auch solle die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften an internationalen LSG-Standorten intensiviert werden. So bereiteten sich in den USA rund 10.000 Beschäftigte auf einen möglichen Streik vor.

Von: hr, dpa-afx

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