Verdi einigt sich mit Eurowings auf Flugbegleiter-Betriebsrat

Die Gewerkschaft Verdi hat sich mit der Fluggesellschaft Eurowings in einem neuen Tarifvertrag auf mehr Personalvertreter geeinigt. Der Bedeutungsverlust der Ufo setzt sich derweil fort.

Eine Flugbegleiterin von Eurowings. © Eurowings

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat sich nach eigenen Angaben mit Eurowings auf ein Abkommen für die Neuaufstellung der Personalvertretung (PV) der rund 1200 Flugbegleiter der Lufthansa-Tochter geeinigt. Damit werde der bisherige Tarifvertrag PV der Flugbegleitergewerkschaft Ufo abgelöst, teilte die Gewerkschaft mit.

Laut Verdi sei die Neuregelung nötig gewesen, da der Ufo-Vertrag die gesetzlichen Mindeststandards an vielen Stellen unterlaufen habe. So habe die Personalvertretung bisher aus lediglich fünf Mitgliedern bestanden, obwohl mindestens 15 gesetzlich vorgeschrieben seien. Der neue Vertrag garantiere der Belegschaft durch den aufgestockten Betriebsrat erstmals weitreichende Mitbestimmungsrechte.

"Die Zeit der Benachteiligung der Kabine in der betrieblichen Mitbestimmung ist damit Vergangenheit", erklärte Verdi-Verhandlungsführer Volker Nüsse. Eurowings bekenne sich mit dem neuen Regelwerk zu den Standards der Mitbestimmung, wie sie die Bundesregierung von Airlines fordere.

Ein Streik bei Eurowings ist laut Verdi abgewendet

Um Geld ging es bei den nun abgeschlossenen Verhandlungen nicht. Die Tariflöhne waren nach Angaben der Beteiligten schon vor einiger Zeit zwischen Eurowings und den Gewerkschaften Verdi und Ufo für die jeweiligen Teile der Gruppe festgelegt und angeglichen worden.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Ehemalige Funktionäre wollen neuen Ufo-Vorstand verhindern

Im Juni waren die Verhandlungen beinahe gescheitert und 80 Prozent der Beschäftigten hatten sich für einen Streik ausgesprochen, sollte es zu keiner Einigung kommen.

Lufthansa und ihre Tochter Eurowings lehnen es seit Monaten ab, mit der Ufo Tarifverhandlungen zu führen. Vorangegangen ist ein heftiger Führungsstreit in der Spartengewerkschaft, in dessen Verlauf zahlreiche Mitglieder des Vorstands wie auch des Beirates zurückgetreten sind, darunter der langjährige Gewerkschaftschef Nicoley Baublies.

Die Lufthansa lässt den Status der Ufo als Gewerkschaft nun gerichtlich überprüfen. Die Ufo hatte wegen der Zweifel an ihrer Führung die bereits begonnene Urabstimmung über Streiks des Kabinenpersonals bei Eurowings ausgesetzt. Mit dem Verhandlungsdurchbruch zwischen Verdi und Eurowings sei dieser nun eh vom Tisch, führt Verdi aus. Die erfolgreichen Verhandlungen ohne Beteiligung der Ufo sind ein weiterer Rückschlag für diese.

© Eurowings, Athenea Diapouli-Hariman Lesen Sie auch: IGL gründet Interessen-Vertretung für Flugbegleiter

Von: dk, dpa

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