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Verbraucherzentrale droht Fluggesellschaften mit Klagen gegen Erstattungspraxis

Die angeblich immer noch in großer Zahl ausstehenden Erstattungen von Reisen und Flügen in der Corona-Krise sorgt weiter für Ärger bei Verbraucherschützern. Die Regierung soll neue Gesetze auf den Weg bringen, fordern sie.

Passagiere warten auf den Abflug. © dpa / Amr Nabil

Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller hat angekündigt, wegen ausbleibender Rückerstattungen in der Corona-Krise juristisch gegen Airlines und Reiseunternehmen vorzugehen.

"Sie brechen geltendes Recht und zahlen Vorkasse-Gelder für stornierte Reisen und Flüge wochen- und monatelang nicht zurück", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) dem "Handelsblatt". Die zögerliche Erstattungspraxis vieler Unternehmen bezeichnete er als "Skandal".

Die Verbraucherzentralen sowie der Bundesverband "gehen deshalb juristisch gegen solche Unternehmen vor", sagte Müller weiter. Dass Fluggesellschaften ihre Kunden bislang "trotz aller Versprechen weder zeitnah noch online-basiert" entschädigten, sei "alles andere als verbraucherfreundlich".

Vor diesem Hintergrund forderte Müller die Bundesregierung auf, gesetzlich eine automatisierte Entschädigung auf den Weg zu bringen. Außerdem müsse die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) mehr unterstützt werden.

© AirTeamImages.com, Matthias Geiger Lesen Sie auch: Schleppende Ticket-Erstattung bislang folgenlos für Airlines

Die schleppende Erstattung für stornierte Tickets ist für die Fluggesellschaften bislang weitgehend folgenlos geblieben. Trotz zahlreicher Anzeigen von Passagieren hatte das zuständige Luftfahrtbundesamt bis zur Jahresmitte noch kein Bußgeld gegen säumige Fluggesellschaften verhängt.

Nach Informationen des "Spiegel" hat das LBA auch gegen Lufthansa ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eröffnet, bei dem ein Bußgeld zwischen 500.000 und einer Million Euro für angemessen erachtet werde. Bei dem teilverstaatlichten Konzern standen in der vergangenen Woche nach eigenen Angaben noch Rückzahlungen von etwas weniger als einer Milliarde Euro an 1,8 Millionen Kunden aus.

Die schleppende Auszahlung von Erstattungen für coronabedingt ausgefallenen Flügen durch Lufthansa sorgt für Kritik aus der Bundesregierung. So verlautbarte aus dem Wirtschaftsministerium, schon bei den Verhandlungen über das Lufthansa-Hilfspaket habe man darüber gesprochen, der Bundesregierung sei das Thema "sehr wichtig".

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Politik und Verbraucherschützer erhöhen Druck auf Lufthansa

Von: dk, dh, afp

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