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Angela Merkel auf der zweiten Luftfahrkonferenz © Event Consult GmbH / Dirk Michael Deckbar

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Die Luftfahrtbranche durchlebt seit rund 15 Monaten die schwerste Krise ihres Bestehens. Neben der Corona-Krise stellt der Klimawandel die Luftfahrt vor enorme Herausforderungen. Im Rahmen der zweiten Nationalen Luftfahrtkonferenz am Flughafen Berlin Brandenburg diskutierten auf Einladung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sowie Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Verbänden, Wirtschaft und Gewerkschaften über die künftigen Herausforderungen der Branche.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig: Um erfolgreich und nachhaltig aus der Krise hervorzugehen, müssen rechtzeitig die wichtigen technologischen Zukunftsthemen wie Klima- und Umweltschutz und internationale Wettbewerbsfähigkeit in den Fokus gerückt werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte einen Umstieg auf erneuerbare Energien im Flugverkehr. Erforderlich sei eine "disruptive Erneuerung", sagte Merkel. Die Branche sieht sie vor einer "umfassenden Transformation". Die Kanzlerin forderte, der Umstieg müsse so schnell wie möglich geschehen, weil die Produktzyklen in der Luftfahrtindustrie sehr lang seien.

So sollte aus Merkels Sicht die Nutzung synthetischer Kraftstoffe weiter vorangetrieben werden, die mit Hilfe von Strom hergestellt werden. Derzeit ließen Preise und Menge noch zu wünschen übrig, sagte Merkel.

Spohr: Staat muss Mehrkosten kompensieren

Lufthansa-Chef Carsten Spohr betonte, Kraftstoffe aus sauberer Elektrizität seien heute zehnmal so teuer wie herkömmliches Kerosin. Er forderte indes, die Mehrkosten müssten kompensiert werden, den Umstieg schaffe man nur gemeinsam mit dem Staat.

Spohr setzt bei der Lösung der Klimafrage auf technische Möglichkeiten statt auf Verbote. Moderne Flugzeugflotten und synthetische Kraftstoffe seien Lösungsansätze.
"Technologie wird die Herausforderung lösen", sagte Spohr. Lösungen seien in Arbeit. Neu gekaufte Flugzeuge der Lufthansa verursachten 30 Prozent weniger klimaschädliches Kohlendioxid als ältere. Künftig würden Flugzeuge mit synthetischen Kraftstoffen fliegen.

Spohr forderte auch, dass der Umstieg für die Luftverkehrsbranche international geregelt werden müsse, auch um Wettbewerbsnachteile für deutsche Fluggesellschaften zu reduzieren. Er betonte, dass der Umstieg auf klimafreundlichere Treibstoffe teuer werde. „Da brauchen wir uns nichts vorzumachen."

Auch Christina Förster, Vorstandsmitglied bei der Lufthansa, erklärte auf der Konferenz, dass die Reduktion der Preise ein großes Problem darstelle. Das PTL-Verfahren mit Wasserstoff als Zutat, stehe aus ihrer Sicht ganz oben auf der Agenda, was die Forderung des "grünen Fliegens" angehe.

Zukunft des Fliegens wird in Deutschland gemacht

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte, "die Zukunft des klimaneutralen Fliegens wird in Deutschland gemacht". Die Konferenz stehe hier als einen Impuls für einen "Neustart".

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) betonte, die Luftfahrtindustrie beginne, sich zu erholen. "Und diese Wiederbelebung soll zunehmend nachhaltig für Umwelt und Klima sein, mittels innovativer Technologien und Ökoeffizienz", forderte er.

In einer gemeinsamen Presseerklärung des Landes Brandenburgs, des Bundesverkehrs- und des Bundeswirtschaftsministeriums als Veranstalter hieß es: "Mit Blick auf die jetzt bevorstehende Rückkehr des Luftverkehrs sind sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig: Um erfolgreich und nachhaltig aus der Krise hervorzugehen, müssen rechtzeitig die wichtigen technologischen Zukunftsthemen wie Klima- und Umweltschutz und internationale Wettbewerbsfähigkeit in den Fokus gerückt werden."

Zur Frage, ob der Bund beim Personalabbau bei der Lufthansa angesichts staatlicher Milliardenhilfen für den Konzern und als inzwischen größter Anteilseigner nicht intervenieren müsse, sagte Scheuer, dass es wegen der in der Corona-Pandemie eingebrochenen Passagierzahlen ganz klar sei, "dass auch die Luftverkehrswirtschaft und die Airlines sich weiterentwickeln" und an den "neuen Herausforderungen ausrichten" müssten. Zudem verwies er darauf, dass es in Deutschland eine soziale Marktwirtschaft "und keine Staatswirtschaft" gebe.

Warnung vor Personalabbau

Im Vorfeld hatten vor allem die Gewerkschaft Verdi und die Vereinigung Cockpit (VC) davor gewarnt, dass ein zunehmender Personalabbau den Neustart gefährden könnte.

Die Gewerkschaft Cockpit begrüßte die Ergebnisse der Konferenz. Es sei dringend geboten, den Luftverkehr klimaneutral umzubauen. "Wir wollen aber gleichzeitig, dass deutsche und europäische Fluggesellschaften auch weiterhin so wettbewerbsfähig bleiben, wie sie es heute im internationalen Vergleich sind“, sagte Stefan Herth, Präsident der Vereinigung Cockpit.

„Für diese ökologische Transformation setzen wir auf international abgestimmte gemeinsame Lösungen, die alle Unternehmen gleich behandeln. Europäische Arbeitsplätze können nur unter fairen internationalen Wettbewerbsbedingungen für die Zukunft gesichert werden."

Herth verwies darauf, dass neben dem wichtigen Schlüssel der Innovation im Bereich Triebwerke und Kraftstoffe natürlich auch Reformen wichtiger Regularien der Fliegerei zum Klimaschutz beitragen können. Ganz vorne stehen hier aus Sicht der VC die Potenziale im Bereich Single European Sky.

Forderung nach einheitlichem europäischen Luftraum erneuert

Ein wirklich einheitlicher europäischer Luftraum würde durch direktere Flugrouten und kürzere Flugzeiten erhebliche Kerosin-Einsparungen und damit auch starke CO2-Minderungseffekte bringen. Diese Einsparungen bedürften aber einer ambitionierten politischen Einigung in Europa und könnten dann sofort eine ökologische und ökonomische Entlastung bringen, hieß vonseiten der Gewerkschaft. Auch Lufthansa-Chef Spohr hatte auf die Einspareffekte hingewiesen, die durch internationale Abkommen erreichbar seien wie den einheitlichen europäischen Luftraum.

Während die Gewerkschaften ihre Sorge um weiteren Personalabbau äußerten, sah Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) durch Innovationen auch "Perspektive und Zukunft" für die Beschäftigten. "Die Menschen wollen wieder reisen und fliegen. Das muss auch möglich sein und zwar sicher, nachhaltig und bald auch klimaneutral. Deshalb setzen wir auf Innovation bei neuen Flugzeugen sowie auf synthetisches Kerosin, um Fliegen klimafreundlich zu machen und die rund 850.000 Arbeitsplätze in der Luftfahrt zukunftssicher aufzustellen."

Er forderte, Flugtickets sollen weiterhin für alle bezahlbar bleiben. "Wir müssen Fliegen und Bahnfahren gemeinsam denken. Das ist moderne Mobilität."

Lufthansa will staatliche Milliardenhilfe noch vor Bundestagswahl zurückzahlen

Lufthansa-Chef Spohr kündigte an, das Unternehmen werde die staatlichen Milliardenhilfen aus der Coronakrise in wenigen Monaten zurückzuzahlen. "Wir waren eines der ersten Unternehmen, das von der Bundesregierung gerettet wurde“, sagte Spohr im Gespräch mit Kanzlerin Merkel. "Wir wollen auch eines der ersten Unternehmen sein, das die Rettungsmittel zurückzahlt – hoffentlich noch vor der Bundestagswahl. Da sind wir dran."

Der CDU-Wirtschaftsrat hob in einer Erklärung die Bedeutung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit hervor. Ebenso wie die FDP kritisierte er die Forderung der Grünen nach einer Kerosinsteuer.

Die Umweltschutzorganisation Robin Wood und das Netzwerk Stay Grounded beklagten, dass keine Umweltverbände an der Konferenz beteiligt waren. Anstelle von Mobilitäts-Konzepten, die mit der 1,5 Grad-Grenze des Pariser Klimaschutz-Abkommens vereinbar seien, stünden "die 'Wiederbelebung' der Luftfahrt und illusorische Versprechen wie vermeintlich 'klimaneutrales' Fliegen auf dem Programm".

Umweltschützer fordern Streichung der Subventionen

Robin-Wood-Flugverkehrsreferent Jonas Asal forderte die Regierung auf, "jetzt Subventionen für den Flugverkehr zu streichen, Kurzstreckenflüge zu verbieten, überflüssige Regionalflughäfen zu schließen und echte Alternativen für eine Mobilität der Zukunft zu schaffen".

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung Thomas Bareiß (CDU) erklärte, Ökologie und Klimaschutz spielten auch für viele, die jetzt in Urlaub fahren wollten, eine "große Rolle". Generell hoffe er auf "einen starken Sommer und etwas mehr Urlaub für unsere sehr urlaubsbedürftigen Menschen".

Auf der Konferenz hatten bei einem virtuellen Rundgang die Vorstände von Lufthansa, Airbus und MTU Aero Engines über CO2-neutrales Fliegen informiert. Power-to-Liquid (PtL), aus nachhaltigem Strom hergestellter Kraftstoff, soll künftig ein klimaneutrales Fliegen ermöglichen.

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