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Verbände sehen Wasserstoff durch Umweltministerium gefährdet

Das Umweltministerium müsse im Straßenverkehr neben der Elektromobilität auch auf andere saubere Antriebe setzen, warnen Verbände. Andernfalls seien Einsparziele und der Markthochlauf einer Wasserstoffwirtschaft gefährdet.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). © BMU / Xander Heinl

Mit Blick auf den künftigen Einsatz alternativer Kraftstoffe im Verkehr haben Wirtschaftsverbände den Kurs von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) attackiert. Die Ministerin gefährde den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, hieß es in einer Mitteilung. Zudem sei nur mit synthetischen Kraftstoffen eine Verkehrswende und das Erreichen der EU-Klimaziele möglich.

Hintergrund der Vorwürfe ist ein Referentenentwurf aus dem Umweltministerium zur Umsetzung der europäischen Erneuerbare-Energie-Richtlinie in Deutschland. Dabei geht es um Mindestmengen an erneuerbaren Energien für den Verkehrssektor, wie der Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) auf "Euractiv" darlegt. Demnach würde das Umweltministerium bei der Dekarbonisierung des Straßenverkehrs einzig auf Elektromobilität setzen und dies mit dem vorliegenden Entwurf bis 2025 festschreiben wollen.

"Entwurf muss vollständig überarbeitet werden"

Ein Wegfall des Straßenverkehrs aus der Nachfrage würde jedoch die Bemühungen zum Markthochlauf einer Wasserstoffwirtschaft konterkarieren, sind sich der Verband der Automobilindustrie (VDA), des Maschinenbauverbands VDMA, des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellenverbands sowie des Mineralölwirtschaftsverbands einig. Zudem wären die Ziele zur CO2-Einsparung nicht zu halten. Bei der bestehenden Flotte mit Verbrennungsmotoren könne nur mit Einsatz sogenannter E-Fuels eine schnell wirksame CO2-Reduzierung erreicht werden. Der Entwurf müsse vollständig überarbeitet werden, forderten sie.

Dass Wasserstoff als Energieträger für den Klimaschutz wichtig ist, ist Konsens - der Einsatz strombasierter Kraftstoffe in Pkw ist aber umstritten. Bisher ist es viel effizienter, den Strom in batteriebetriebenen Autos direkt einzusetzen.

So sieht man es auch im Bundesumweltministerium. Strombasierte Kraftstoffe seien etwa im Flugverkehr unverzichtbar, dort will Ministerin Svenja Schulze (SPD) sogar eine feste, ansteigende Quote für E-Fuels.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller sagte laut Mitteilung: "Wir brauchen E-Fuels und Wasserstoff aus nachhaltigen Energiequellen, um auch bei den Millionen Pkw im Bestand die Klimaziele zu erreichen." Es werde auch neue, sparsame Pkw und Lkw mit Verbrennungsmotor geben. "Daher ist auch die Forschung und Entwicklung klimafreundlicher Antriebe mit synthetischen Kraftstoffen und Wasserstoff wesentlich."

Von: dk mit dpa

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