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Flugzeuge am Airport München. © Flughafen München GmbH

Die Luftfahrtverbände ADV und BDL haben die Entscheidung der neuen bayerischen Regierung, den Bau der dritten Bahn des Flughafens München erst einmal auszuklammern, kritisiert. "Es ist höchste Zeit, dass die Politik dieses für Deutschland so wichtige Infrastrukturprojekt, endlich umsetzt", sagt ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. BDL-Kollege Matthias von Randow konstatiert, dass ein Moratorium "die falschen Weichen" stelle.

"Die dritte Bahn ist eines der wichtigsten Infrastrukturvorhaben in Deutschland", so Beisel weiter. Sie sei Garant für Wachstum und Arbeitsplätze. Dass CSU und Freie Wähler nun ein Moratorium beschlossen haben, sei "nicht nachvollziehbar". "Für die Flughäfen in Deutschland ist die Entscheidung in Bayern von hoher Relevanz."

Beisel konstatiert, dass der Bau "den Steuerzahler keinen Cent kostet". Das Vorhaben habe alle erforderlichen Schritte der Planfeststellung erfolgreich durchlaufen und der Flughafen München zudem eine "vorbildliche Bürgerbeteiligung" durchgeführt. "Die Auseinandersetzung um den Bau einer dritten Start- und Landebahn dauert inzwischen schon über 12 Jahre. Die Erweiterung ist von hoher Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit des Luftverkehrs in Deutschland."

BDL sieht in der Bahn "vorausschauende Planung"

BDL-Mann von Randow hebt hervor, dass "die anhaltend starke Nachfrage im Luftverkehr erfordert, dass wir am Wirtschaftsstandort Deutschland auch weiterhin bedarfsgerechte Kapazitäten luft- und bodenseitig schaffen". Mit der dritten Bahn in München gäbe es "vorausschauende Planungen, um künftige Kapazitätsengpässe vermeiden zu können".

Ein Moratorium für die dritte Start- und Landebahn in München, für die alle juristischen Voraussetzungen seit 2015 geschaffen wurden, steht dazu im Widerspruch und stellt die falschen Weichen.

Matthias von Randow, BDL-Hauptgeschäftsführer

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte kurz vor der Bayernwahl gesagt, dass eine Entscheidung nicht dränge: "Tendenziell brauchen wir diese Startbahn etwas später." Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sieht Spohr die zusätzliche Bahn in München erst Ende des kommenden Jahrzehnts als erforderlich an. "Dann sollte es passieren, wenn München nicht in eine Sackgasse kommen will."

Experte sieht eine Chance für andere Verkehrsträger

Der Flughafen selbst will die Entwicklung nicht neu bewerten: "Wir bleiben bei unserer Meinung: Es ist ein strategisch wichtiges Infrastrukturprojekt", so ein Sprecher zu airliners.de. Es werde jetzt zu Engpässen kommen, "aber damit müssen wir klarkommen".

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Verkehrsexperte Karl-Friedrich Müller glaubt, dass die Verkehrsentwicklung des Airports kurzfristig das Moratorium verkraften kann, "weil der Verkehr ja primär über größere Flugzeuge und steigende Ladefaktoren wächst". Er drängt jedoch auf eine schnelle Entscheidung in dem Fall. Denn: "Die Erfahrung lehrt, dass in künftigen Jahren die Durchsetzungsmöglichkeiten so einer Maßnahme nicht leichter werden und die Umsetzung an sich - samt Klageverfahren - dann auch sehr viele Jahre benötigt. Und dann könnte es irgendwann zu spät sein."

Allerdings könne der Stillstand auch einen positiven Effekt auf den Ausbau der anderen Verkehrsträger haben: "Dies könnte den Druck erhöhen, die bahnseitige Anbindung zu verbessern." Im "Extremfall" würden innerdeutsche Flugverbindungen "entbehrlich werden". Nur: "Man hat das Gefühl, dass so etwas noch länger benötigt als eine Piste zu bauen."

GmbH in AG umwandeln?

Verkehrsexperte Manfred Kuhne sieht die dritte Bahn als zentralen Punkt für die Entwicklung des interkontinentalen Geschäfts ab München: "Mit einer dritten Bahn könnten weitere Langstreckendienste von Carriern aus allen Teilen der Welt eingerichtet werden, die bisher wegen Slotmangel zu den interessanten Zeiten nicht realisiert werden können." Ein verbessertes Luftverkehrsangbot habe nachweislich erhebliche positive volkswirtschaftliche (katalytische) Effekte.

© Fotolia.com/airliners.de, iterum Lesen Sie auch: Stundeneckwert: Motor der Hub-Flughäfen Apropos (10)

Freie Wähler und CSU hatten sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, dass der nun mehr seit zwölf Jahren geplante Bau der dritten Start- und Landebahn am Flughafen München in dieser Legislaturperiode ausgesetzt wird. Der Fahrplan hatte sich schon vor der Wahl abgezeichnet, denn die CSU unterstützt seit Jahren die Pläne des Airports - die Freien Wähler hingegen hatten sich im Wahlkampf immer dagegen ausgesprochen.

In einem Bürgerentscheid der Stadt München sprach sich eine Mehrheit 2012 gegen den Ausbau aus. Daran sieht sich die SPD als Oberhaupt der Landeshauptstadt gebunden und will die Piste nicht genehmigen. Daher kamen bereits Überlegungen auf, die Flughafen-GmbH in eine AG umzuwandeln, um diesen umgehen zu können.

© FMG, Lesen Sie auch: Politik hält sich AG-Pläne für Münchner Flughafen offen

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