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Ein Polizist steht im schottischen Lockerbie nahe dem Wrack der Passagiermaschine der US-Fluggesellschaft PanAm (Archivfoto vom 22.12.1988). © dpa / Paletkey

Die USA wollen einen weiteren Verdächtigen in dem Fall des Lockerbie-Attentats vor Gericht stellen. Es handele sich um einen früheren libyschen Geheimdienstmitarbeiter, der die Bombe für das Attentat gebaut haben soll, sagte Barr. Der Mann sei in Libyen in Haft. Die US-Regierung werde die libysche Führung um seine Auslieferung bitten, damit ihm in den USA der Prozess gemacht werden könne. Er sei optimistisch, dass die libysche Regierung dem Gesuch nachkommen werde.

Ein Jumbo-Jet der US-Fluggesellschaft Pan Am war am 21. Dezember 1988 auf das schottische Dorf Lockerbie gestürzt. Bei dem Attentat starben 270 Menschen, darunter elf Dorfbewohner. Die Maschine war damals auf dem Weg von London nach New York. Die meisten Todesopfer waren Amerikaner. Barr sagte, die Attacke habe sich eindeutig gegen die USA gerichtet.

Bisher hat es nur eine Verurteilung in dem Fall gegeben: der libysche Geheimdienstoffizier Abdel Bassit al-Megrahi. Er war 2009 vorzeitig aus schottischer Haft entlassen worden, weil ihm Ärzte eine Lebenserwartung von nur noch wenigen Monaten bescheinigt hatten. 2012 starb er an Krebs. Seine Angehörigen haben posthum Revision eingelegt. Das Berufungsverfahren läuft. Ein weiterer Verdächtiger aus Libyen war damals freigesprochen worden.

Barr sagte, der dritte Mann sei bereits in der Vergangenheit ins Visier der Ermittler geraten - zuvor hätten die Erkentnisse jedoch nicht ausgereicht, gegen ihn vorzugehen. Den Durchbruch habe schließlich ein Verhör der libyschen Behörden gebracht, das diese an die USA übermittelt hätten.

Der Verdächtige soll laut US-Justizministerium auch in andere Terrorpläne gegen die USA und den Westen verwickelt gewesen sein - unter anderem in den tödlichen Bombenanschlag auf die West-Berliner Disco La Belle im Jahr 1986. Einzelheiten dazu wurden nicht genannt./jac/DP/eas