US-Luftfahrtbehörde bereitet 737-Max-Zulassungsprozess vor

Die US-Luftfahrtbehörde FAA will ausländische Aufsichtsbehörden Ende Mai über ihre Sicherheitsanalyse zur Wiederzulassung der Boeing 737 Max informieren. Gleichzeitig läuft ein internationaler Review-Prozess an.

Boeing 737 MAX-9 © AirTeamImages.com / Matthieu Douhaire

Nach den zwei Abstürzen einer Boeing 737 Max innerhalb weniger Monate hat die US-Luftfahrtbehörde FAA eine internationale Konferenz zu den Problemen bei diesem Flugzeugtyp einberufen.

Für den 23. Mai wurden die Chefs von Aufsichtsbehörden aus aller Welt nach Washington eingeladen, wie ein FAA-Sprecher am Donnerstag mitteilte. Dabei solle das Verfahren erläutert werden, mit dem die FAA eine Wiederzulassung der Maschine für den Flugbetrieb prüfe.

Die FAA wolle bei dem internationalen Treffen über die "Sicherheitsanalyse" informieren, welche die Grundlage für ihre Entscheidung über eine Wiederzulassung der 737 Max in den USA darstellen solle, erklärte der Sprecher. Damit solle den internationalen Vertretern bei ihren eigenen Entscheidungen über die Maschine geholfen werden.

Die FAA-Entscheidung, die Maschinen wieder fliegen zu lassen, ist dabei nach Angaben der US-Behörde unabhängig von den Ergebnissen eine internationalen Reviews zur Wiederzulassung der 737 Max. Die US-Luftfahrtbehörde hatte in der vergangenen Woche angekündigt, mit ausländischen Kollegen bei der Prüfung zusammenzuarbeiten.

Internationaler Review-Prozess bis Ende Juli

Vertreter von zehn Behörden wurden zur Beteiligung an einem "Joint Authorities Technical Review" des Boeing-Software-Updates eingeladen. Der Review-Prozess soll am 29. April beginnen und 90 Tage dauern. Bei dem Test werden laut FAA auch EU-Vertreter dabei sein.

© dpa, Frederik Ureel/BELGA Lesen Sie auch: 737 Max bleibt mindestens bis August am Boden

Die FAA war nach dem Absturz der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines wegen ihrer Praktiken bei der Zulassung von Flugzeugen in die Kritik geraten. Während des vergangenen Jahrzehnts ließ sie neue Flugzeuge großteils von externen Experten und den Herstellern selbst testen.

Im März war eine 737 Max in Äthiopien verunglückt. Zuvor war bereits im Oktober eine Lion-Air-Maschine desselben Typs vor der indonesischen Insel Java abgestürzt. Bei beiden Unglücken kamen zusammen insgesamt 346 Menschen ums Leben. Weltweit gilt derzeit ein Flugverbot für den Flugzeugtyp.

Als Ursache beider Unglücke steht das Trimmsystem MCAS im Verdacht. Die Software drückt bei einem drohenden Auftriebsverlust die Nase des Flugzeugs automatisch nach unten, auch wenn die Piloten gegensteuern. Boeing hat bereits eine neue Version der Software erarbeitet und braucht nun noch die Zertifizierung der Behörden.

© Boeing, Lesen Sie auch: Boeing meldet Fortschritte bei 737-Max-Zertifizierung

Kritik zog die FAA auch auf sich, weil sie nach dem Unglück die 737 Max nicht sofort aus dem Verkehr gezogen, sondern damit im Unterschied zu Behörden in anderen Ländern tagelang gewartet hatte. Die Behörde nährte damit den Verdacht, sie pflege ein zu enges Verhältnis zum US-Hersteller Boeing.

Von: dh mit AFP

Lesen Sie jetzt
Themen
Boeing 737 MAX Boeing FAA EASA Recht Rahmenbedingungen Luftsicherheit Industrie