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US-Fluggesellschaften beginnen mit Abbau Zehntausender Stellen

Ein neues Corona-Hilfspaket der US-Regierung für Fluggesellschaften ist nicht in Sicht. Nach Ablauf einer Frist für Stellenstreichungen im Gegenzug für staatliche Unterstützung müssen nun rund 32.000 Mitarbeiter bei American und United Airlines gehen.

Flugzeuge der American Airlines stehen auf dem Pittsburgh International Airport. © dpa / Gene J. Puskar/AP

Angesichts des Ausbleibens neuer Staatshilfen in der Corona-Krise wollen die US-Fluggesellschaft American Airlines und United Airlines mit dem Abbau von Zehntausenden Arbeitsplätzen beginnen. Dies kündigten beide Unternehmen jetzt an. Am selben Tag lief eine von ihnen getroffene Zusage ab, auf Stellenstreichungen zu verzichten.

American-Airlines-Chef Doug Parker erklärte in einem Schreiben an die Mitarbeiter seines Unternehmens, an diesem Donnerstag werde der für den Oktober geplante Abbau von 19.000 Jobs beginnen. Er begründete dies damit, dass sich der US-Kongress bislang nicht auf neue Stützungsmaßnahmen für die Fluggesellschaften einigen konnte. Deshalb müsse der "schwierige Prozess" des Stellenabbaus eingeleitet werden. United Airlines wiederum kündigte an, die Streichung von rund 13.400 Stellen einzuleiten.

Beide Fluggesellschaften stellten jedoch in Aussicht, dass der Jobabbau rückgängig gemacht werden könnte, sollten sich die Republikaner von US-Präsident Donald Trump und die oppositionellen Demokraten doch noch auf ein neues Konjunkturpaket inklusive Hilfen für die Luftfahrtbranche einigen.

American Airlines hatte den Abbau von 19.000 Arbeitsplätzen bereits Ende August angekündigt. Dies soll unter anderem mehr als 6900 Flugbegleiter betreffen. Auch United Airlines hatte schon Anfang September angekündigt, im Oktober rund 16.000 Stellen zu streichen. Allerdings hatten die Fluggesellschaften den Jobabbau vom Ausgang der Verhandlungen im Kongress über neue Corona-Hilfen abhängig gemacht. Diese Verhandlungen kommen aber weiterhin nicht voran.

Sara Nelson, Chefin der Flugbegleitergewerkschaft AFA-CWA, beklagte am Mittwoch, dass "morgen zehntausende von Mitarbeitern in der Luftfahrt ohne Job oder Krankenversicherung aufwachen werden und zehntausende weitere ohne Gehaltsscheck".

Aktuelles Hilfspaket ist abgelaufen

Nun verstärken die beiden US-Fluggesellschaften den Druck auf die Verhandlungen des Weißen Hauses und Vertreter des US-Repräsentantenhauses und -Senats. Dort hatten sich Republikaner und Demokraten bislang nicht auf ein weiteres Hilfspaket im Zuge der Corona-Krise einigen können, in dem auch Hilfen für die Fluggesellschaften verlängert werden könnte. Der Vorschlag der Demokraten sieht derzeit unter anderem ein weiteres 25 Milliarden Dollar schweres Paket für die schwer von der Corona-Krise getroffene Luftfahrt vor.

Auch Finanzminister Steven Mnuchin äußerte am Mittwoch gegenüber dem Sender CNBC die Hoffnung, dass die Konzerne den Stellenabbau weiter aufschieben könnten, wenn es im Kongress eine Einigung auf einen Rahmen für weitere Staatshilfen gebe. Es sei nun "entscheidend", dass der Kongress handle, sagte Mnuchin.

Ende März hatte der Kongress bereits Hilfen für die US-Fluggesellschaften in Höhe von 25 Milliarden Dollar (rund 21 Milliarden Euro) beschlossen. Diese Hilfen sind Teil des gigantischen US-Staatsprogramms gegen die Corona-Krise mit einem Rekordvolumen von 2,2 Billionen Dollar.

Am Dienstag dieser Woche gab das US-Finanzministerium dann eine Vereinbarung mit American, United und fünf weiteren US-Fluggesellschaften über die Modalitäten der Kreditvergabe der noch nicht abgerufenen Hilfen in Höhe von rund neun Milliarden Dollar aus dem ersten Paket.

Trotz zunächst anders lautender Vereinbarungen hatten Southwest Airlines und Delta Airlines andere Finanzierungsquellen genutzt und keine staatlichen Kredite angenommen. Nun hatten die restlichen Fluggesellschaften bis Mittwoch Zeit, um zu entscheiden, ob sie weitere Bundesdarlehen aufnehmen möchten.

© AirTeamImages.com, John Kilmer Lesen Sie auch: US-Airlines teilen restliche Corona-Unterstützung neu auf

Doch sind diese Kredite nach Angaben des Ministeriums lediglich für die Deckung laufender Ausgaben bestimmt. Der geplante Abbau Zehntausender Stellen kann also dadurch nicht verhindert werden. Die Airlines hatten im Gegenzug für die 25-Milliarden-Dollar-Hilfe zwar zugesagt, keine Stellen zu streichen. Diese Zusage lief jedoch zum 30. September ab.

Die Corona-Pandemie hat die Luftfahrtbranche weltweit hart getroffen. Die Zahl der Fluggäste ist massiv eingebrochen.

Von: dpa, AFP, dh

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