airliners.de Logo
EasyJet-Gründer Stelios Haji-Ioannou © easyJet

Die sich häufende Unpünktlichkeit des britischen Billigfliegers Easyjet verärgert bereits den Gründer der Airline Stelios Haji-Ioannou. Der aus Zypern stammende Easyjet-Gründer und Großaktionär, der sich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat, drohte in einem Brief an das Top-Management, der Fluggesellschaft den Markennamen "Easy" zu entziehen, wenn die Pünktlichkeit nicht verbessert werde.

Am Londoner Flughafen Gatwick ergab eine Statistik, dass über die Hälfte aller Flüge der Airline verspätet sind.

Haji-Ioannou, der inzwischen ein Easy-Imperium mit Hotels, Kinos und Autovermietungen betreibt, lässt dem Unternehmen nun Zeit bis Oktober. Bis dahin muss Easyjet nach seinem Willen die Pünktlichkeit "auf die höchsten Standards in der Flugbranche bringen".

Dass ihm das Thema ernst ist, zeigte sich schon im Juni. Damals wurde auf seinen Druck hin der damalige Easyjet-Chef Andy Harrison ausgewechselt. Airline-Gründer Haji-Ioannou warf ihm dabei öffentlich vor, für einen "Verfall der Kundenservice-Standards" beim Billigflieger verantwortlich zu sein.

Easyjet macht seit Monaten vor allem Streiks für die Probleme verantwortlich. Durch streikbedingte Verkehrsbehinderungen sei das Personal oft nicht an den Flughäfen, von wo aus es eingesetzt werden solle. Warum andere Airlines weniger Probleme haben, sagt Easyjet nicht.

Auch in Berlin-Schönefeld kam es zuletzt zu Verspätungen und Flugausfällen bei Easyjet. Die Frage, ob es an den Streiks liegt oder nicht, ist brisant. "Ein Streik ist höhere Gewalt, da muss die Airline keine Entschädigung zahlen", sagt Eva Klaar von der Verbraucherzentrale Berlin-Brandenburg, die zuletzt viele Beschwerden über Easyjet erreichten.

Passagiere sollten stets kontrollieren, ob es tatsächlich einen Streik gegeben hat, rät sie. "Zudem klagen viele Passagiere über mangelnde Erreichbarkeit bei Beschwerden", sagt Klaar. Easyjet ist praktisch nur per E-Mail erreichbar, Antwort erhalten oft nur hartnäckige Kunden.

Bisher gibt es allerdings keine Statistiken darüber, wie groß das Ausmaß der Verspätungen und Flugausfälle ist. So hat das Luftfahrtbundesamt zwar Klagen über Easyjet erhalten. Es prüft dann, ob in dem konkreten Fall ein Bußgeld gegen die Airline verhängt werden kann. Ob es bei Easyjet zu besonders vielen Beschwerden gekommen ist, darüber gibt es laut der Behörde keine Zahlen.

Letzte Woche kündigte Easyjet an, ihr Personal in Berlin aufzustocken, um die Flugausfälle und Verspätungen in den Griff zu bekommen.