Ungechecktes Gepäck an Bord: Passagiere bekommen Geld für Verspätung

Eine unplanmäßige Landung des Flugzeuges zur Kontrolle eines nicht eingecheckten Koffers stellt keinen außergewöhnlichen Umstand dar. Passagieren steht eine Ausgleichszahlung zu.

Gepäckgebühren sind eine beliebte zusätzliche Einnahmequelle. © Fraport / Fredrik von Erichsen

Passagieren steht eine Ausgleichszahlung zu, wenn sich ein Flug massiv verspätet, weil sich nicht eingechecktes Gepäck an Bord befindet. Dabei handele es sich nicht um einen außergewöhnlichen Umstand, der die Airline von der Zahlung befreit. Das hat das Amtsgericht Hannover entschieden (Az.: 532 C 7883/12).

Über das Urteil berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift «ReiseRecht aktuell». In dem verhandelten Fall hatte der Kläger einen Flug von Hannover nach Kos gebucht. Dieser erreichte sein Ziel mit knapp vier Stunden Verspätung.

Während eines vorangegangenen Fluges hatte die Bundespolizei die Anordnung erteilt, auf dem nächstgelegenen Flughafen zwischenzulanden. Grund: An Bord befand sich ein ungecheckter Koffer. Der Kläger forderte eine Ausgleichszahlung nach der EU-Fluggastrechteverordnung. Das Gericht gab dem Kläger Recht. Die Airline müsse dafür Sorge tragen, dass kein ungechecktes Gepäck an Bord gelangt.

Von: dpa

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