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Klimaaktivisten wollen BER-Eröffnung stören

Anders als beim letzten Mal soll der Berliner Flughafenumzug zum BER dieses Mal schrittweise erfolgen. Er ist sogar bereits angelaufen. Derweil bereiten sich verschiedene Gruppen für Demos vor Ort vor. Die Polizei zeigt sich gelassen.

Klimaaktivisten rufen zum Protest auf. ©

Der Umzug von den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld zum neuen Hauptstadtflughafen BER kommt gut voran. Etwa zwei Drittel der Transporte von Großgeräten wie Fluggasttreppen, Flugzeugschlepper und Abfertigungsgeräte seien bereits abgeschlossen, teilte die Flughafengesellschaft mit.

Wegen des geringen Flugbetriebs in der Corona-Krise hätten die Umzüge bereits Mitte März beginnen können. "Insgesamt gibt es rund 280 Transporte für Großgeräte, hinzu kommen Büroumzüge", hieß es. Weil der Umzug schrittweise durchgeführt werde, müsse die Stadtautobahn nicht extra gesperrt werden.

Damit wählt die Flughafengesellschaft eine andere Strategie als bei der geplanten BER-Eröffnung vor rund neun Jahren. Damals sollte der Umzug von Tegel zum BER innerhalb einer Nacht geschehen. Europaweit wurden extra Tieflader angemietet, um das Equipment so schnell wie möglich zum neuen Standort zu bringen.

Gleichzeitig zu den Umzugsplänen der Betreibergesellschaft müssen mehr als 190 Nutzer von den bisherigen Standorten an den BER umziehen, darunter Shops und Unternehmen. Diese müssten ihre Transporte selbst organisieren und bezahlen.

Umweltschützer wollen protestieren

Zur geplanten Inbetriebnahme des neuen Haupstadtflughafens am 31. Oktober sind in Schönefeld auch mehrere Kundgebungen und Protestaktionen angemeldet. Die Gruppe "Am Boden bleiben" ruft dazu auf, die Eröffnung zu stören. Im "Aktionskonsens" heißt es, man werde sich ruhig und besonnen verhalten und suche keine Eskalation. "Wir werden mit unseren Körpern blockieren. Es ist nicht das Ziel, Infrastruktur zu zerstören oder zu beschädigen."

Die Jugend des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will als Zeichen für den Klimaschutz bunte Drachen steigen lassen. Der Flughafen sei "eine neue riesige Emissionsschleuder", hieß es beim BUND. "Insbesondere innerdeutsche Flüge sind klimapolitischer Irrsinn." Vom alten Schönefelder Terminal soll die Demonstration zum Neubau führen. "Dort wollen wir gemeinsam statt der dreckigen Flieger Drachen steigen lassen", hieß es.

Das zuständige Polizeipräsidium Potsdam gab am Mittwoch auf Anfrage nicht bekannt, welche Demonstrationen und Kundgebungen geplant sind. "Wir stellen uns darauf ein, dass es dort zu Kundgebungen oder weiteren Aktionen kommt", sagte ein Sprecher. "Aber wir sehen das gelassen."

Auch Taxifahrer wollen gegen die Bedingungen am neuen Hauptstadtflughafen demonstrieren und planen eine Sternfahrt mit 1000 Autos. Die Fahrer protestieren gegen die vom Land Berlin und dem Landkreis Dahme-Spreewald getroffene Absprache, wonach jeweils nur 300 feste Taxen berechtigt sein sollen, Fahrgäste am BER einzusammeln.

Von: dk, dh, dpa

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