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Umweltministerium plant feste PTL-Quote für Flugzeug-Kerosin

Ein Gesetzentwurf des Umweltministeriums sieht eine zweiprozentige PTL-Beimischung für Flugzeug-Treibstoff ab 2030 vor. Die Luftfahrtbranche steht dem Vorhaben grundsätzlich wohlwollend gegenüber, fürchtet aber den nationalen Alleingang.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) © BMU / Sascha Hilgers

Ein veröffentlichter Gesetzentwurf von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sieht unter anderem die Einführung einer Quote für "erneuerbare Energien nicht-biogenen Ursprungs" für Kerosin im Flugverkehr vor - es geht dabei um synthetischen Kraftstoff auf Wasserstoff-Basis (Power to Liquid - PTL). 2026 soll die Quote bei 0,5 Prozent liegen, 2028 bei einem Prozent und ab 2030 bei zwei Prozent.

In der Wasserstoff-Strategie der Bundesregierung war solch eine Quote, die Schulze schon länger fordert, noch umstritten und nur als Prüfauftrag formuliert. Der Gesetzentwurf wird jetzt innerhalb der Bundesregierung abgestimmt.

Einnahmen aus Luftverkehrsteuer zur Kompensation für die Airlines?

Für die Luftfahrtbranche ist der Weg prinzipiell der richtige, jedoch müsse eine Wettbewerbsverzerrung innerhalb Europas vermieden werden. Angesichts der vier bis fünfmal höheren Kosten für regerenative Kraftstoffe müsse eine Beimischungsquote so ausgestaltet werden, dass sie nicht hiesige Flughäfen und Fluggesellschaften einseitig belastet und so den Verkehr auf andere europäische Drehkreuze verlagert, kommentierte Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Luftfahrt-Dachverbandes BDL die Vorlage.

© Fraport, Lesen Sie auch: Experten fordern Quote und staatliche Anschubfinanzierung für PTL

Daher müsste eine solche Quote auch mindestens auf europäischer Ebene vereinbart werden, so von Randow. "Ein deutscher Alleingang bei der Quote wäre nur dann denkbar, wenn der entstehende Kostennachteil für die heimischen Unternehmen ausgeglichen wird, etwa mit den Einnahmen aus der Luftverkehrsteuer." Ähnliche Forderungen, die Einnahmen aus der Luftverkehrssteuer für umweltfreundliche Technologien im Luftverkehr einzusetzen, wurden bereits im Vorfeld der jüngsten Anhebung der Steuer im Frühjahr erhoben.

Gesetz sieht auch Quoten für andere Verkehrssektoren vor

Der Pflicht-Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor wurde von der EU je Mitgliedsstaat Ende 2018 auf 14 Prozent bis 2030 angehoben, die Staaten sollen auch den Weg dahin festlegen. "Das kommende Jahrzehnt wird im Verkehr von einem Transformationsprozess geprägt sein, den wir aktiv vorantreiben, teilte das Ministerium mit. Ziel sei, den Anteil "fortschrittlicher" Biokraftstoffe zu erhöhen, strombasierte Kraftstoffe für den Flugverkehr in den Markt zu bringen, die grüne Wasserstoffproduktion anzureizen und die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zu unterstützen. "Gleichzeitig soll Palmöl schrittweise von der Förderung ausgeschlossen werden", hieß es.

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Der vorliegende Entwurf sieht vor, die sogenannte Treibhausgasminderungs-Quote für Benzin und Diesel zunächst bis 2026 anzuheben. Biokraftstoffe aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen sollen begrenzt werden, ihr großflächiger Anbau für die Bioenergie wird von Naturschützern immer wieder kritisiert. Dagegen soll die Förderung von Biokraftstoffen aus sogenannten Reststoffen, etwa Gülle oder Stroh, und aus Abfall wie altem Speiseöl ausgebaut werden. Auch die Ladeinfrastruktur für Elektroautos soll über die Quote gefördert werden.

Von: dk, dpa

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