Umweltbundesamt bestätigt Unbedenklichkeit von Fuel-Dumping

Das Umweltbundesamt stuft den Kerosinablass von Flugzeugen als unkritisch ein. In einem Positionspapier sieht die Behörde keine Auswirkungen auf Boden, Grundwasser, Luft oder auf die menschliche Gesundheit.

Silhouette eines Flugzeugs im Landeanflug © dpa / Robert Schlesinger

Treibstoffablässe von Flugzeugen sind nach Einschätzung des Umweltbundesamts (UBA) für Menschen und Umwelt unkritisch. Das geht aus einem jetzt veröffentlichten Bericht des UBA zum Thema hervor. Dennoch sollten die Ablässe nicht immer über denselben Gebieten erfolgen, schreibt das Amt. Deshalb solle die Deutsche Flugsicherung dies vorsorglich in ihrer Betriebsanweisungen festschreiben.

Rückläufige Tendenz

Die hohe Eigengeschwindigkeit beim Fuel-Dumping, verbunden mit der in Relation geringen Auslassgeschwindigkeit führt dazu, dass ein Großteil des Kerosins verdampft und nur ein sehr geringer Teil am Erdboden ankommt – verteilt auf eine sehr große Fläche. Alles in allem werde dieses Verfahren ohnehin sehr selten angewandt. Zwischen 2012 und 2016 gab es den Angaben nach im Schnitt 20 Treibstoffablässe pro Jahr. Die Tendenz ist nach Angaben des UBA rückläufig.

Einige Flugzeuge können in besonderen Notlagen Treibstoff ablassen, um mit weniger Gewicht sicher landen zu können. Kommt es während eines Fluges zu einem Problem, kann es sein, dass das Flugzeug zwar landen muss, aber noch schwerer als das maximale Landegewicht ist. Um Risiken bei der Landung zu umgehen, gibt es daher bei großen Flugzeugen die Möglichkeit, im Notfall Kerosin abzulassen. Dazu werden von der Flugsicherung bestimmte Gebiete zugeteilt.

Rheinland-Pfalz will weitere Untersuchungen anstellen

Die Feststellung, dass für Fuel-Dumping verschiedene Gebiete genutzt werden sollten, sei mit Blick auf das besonders betroffene Rheinland-Pfalz wichtig, meinte der Versitzende der SPD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag Alexander Schweitzer: "In der Pfalz, in der Eifel und dem Hunsrück sind besonders viele Menschen wegen des Kerosinnotablassens von zivilen und militärischen Maschinen besonders beunruhigt." Die Studie sei ein "erster Schritt, auf den weitere folgen müssen". Mehr aktuelle Messungen und Erhebungen seien notwendig.

© CC/GNU, Bobmil42 Lesen Sie auch: Rheinland-Pfalz will Kerosin am Boden mit mehr Messstationen nachweisen

Rheinland-Pfalz ist wegen der Nähe zum Frankfurter Flughafen vergleichsweise häufig vom Fuel-Dumping betroffen. Dem Umweltministerium in Mainz zufolge wurden zwischen 2016 und November 2018 rund 590 Tonnen Treibstoff über dem Bundesland abgelassen.

Von: hr mit dpa

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