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Ufo-Vorsitzender und weiteres Vorstandsmitglied treten zurück

Daniel Flohr und Louisa Collenberg haben ihren Rücktritt als Vorstände bei der Unabhängigen Flugbegleitergewerkschaft Ufo angekündigt. Beide würden ihr Amt zum 31. Januar niederlegen, heißt es in einer Mitteilung an die Mitglieder. Grund sind interne Streitereien.

Lufthansa-Mitarbeiter mit Ufo-Streik-Button © dpa / Frank Rumpenhorst

Wenige Wochen nachdem sein Vorgänger an der Spitze der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo endgültig seinen Hut genommen hat, wird auch der aktuelle Vorsitzende Daniel Flohr die Arbeit zum Ende Januar aufgeben. Flohr hatte bereits im Dezember sein Ende bei der Ufo angedeutet, damals jedoch von einem Ende zur Mitte des Jahres gesprochen.

Die Rücktrittserklärung von Flohr und Vorstandkollegin Louisa Collenberg zeugt von großem internen Zwist. Eine einvernehmliche Arbeit mit den Gremien sei nicht mehr möglich, selbst die Organisation einer neuen Vorstandwahl scheitere. "Noch immer werden unsere Fehler in den Vordergrund gestellt und allein die Tatsache, dass wir es sind, die eine Wahl vorschlagen, führt zu Ablehnung. So darf es nicht weitergehen," so das Schreiben an die Mitglieder. Die internen Auseinandersetzungen der letzten Monate hätten viel Kraft gekostet.

Im Dezember erklärte Flohr zudem, dass ihm die Entscheidungsprozesse bei der Gewerkschaft zu formal und langsam erscheinen. Flohr gilt als enger Vertrauter und Wegbegleiter des früheren Vorsitzenden Baublies. Gemeinsam hatte das Duo die Krisenverhandlungen mit der Lufthansa bestimmt und Eckpunkte eines Sanierungs-Tarifvertrages abgeschlossen, der die rund 22.000 Flugbegleiter der Lufthansa-Kerngesellschaft bis Ende 2023 vor betriebsbedingten Kündigungen schützt.

Vor der Corona-Krise hatte die Lufthansa nach mehreren Streiks die Tariffähigkeit der Ufo in Frage gestellt und die Vertretungsberechtigung des damaligen Vorstands bezweifelt. Der Streit führte 2019 zum Ende von Baublies an der Ufo-Spitze und zog einen Rechtsstreit um Baublies Beschäftigung im Lufthansa-Konzern nach sich. Ende 2020 hatte Baublies alle seine hauptamtlichen Funktionen in der Ufo endgültig aufgegeben und erklärt, er wolle "mit der Lufthansa nichts mehr zu tun haben."

Flohr und Collenberg mahnen die Gewerkschaft in ihrem Abschiedsschreiben, dass diese ihre Energie in der für die Mitglieder kritischen Corona-Krise nicht auf interne Streitigkeiten verwenden dürfe. Die Gewerkschaft habe in den vergangenen Monaten ihren Job erledigt und die Jobs vieler Mitglieder zunächst gesichert. Das Schicksal der aufgelösten Airlines Sunexpress und Germanwings drohe jedoch weiterhin auch anderen. So herrschten rund den neuen Lufthansa-Ableger Ocean und die Eurowings-Pläne weiterhin Unklarheiten, bei der Lufthansa-Kernmarke drohe ein signifikanter Personalüberhang.

"Wir wünschen unseren Nachfolgern, dass wieder Wohlwollen, Großzügigkeit und Achtsamkeit im Umgang miteinander einkehrt. Denn nur mit einer geschlossen auftretenden Mannschaft können die großen Aufgaben bewältigt werden," endet das Schreiben.

Von: dk

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