Ufo kündigt zweitägigen Lufthansa-Streik an

Die Kabinengewerkschaft Ufo will am kommenden Donnerstag und Freitag die Lufthansa Passage bestreiken. Betroffen sind alle Abflüge aus Deutschland. Lufthansa verurteilte den Aufruf und kündigte rechtliche Schritte an.

Eine Flugbegleiterin der Ufo. © dpa / Oliver Berg

Die Kabinen-Gewerkschaft Ufo hat zu einem 48-Stunden-Ausstand bei der Lufthansa-Kerngesellschaft ausgerufen. Die Flugbegleiter sind aufgerufen von Donnerstag ab 0.00 Uhr bis Freitag 24.00 Uhr ihre Arbeit niederzulegen. Betroffen seien alle Abflüge aus Deutschland, teilte die Gewerkschaft mit.

Zudem seien weitere Aufrufe bei anderen deutschen Flugbetrieben des Konzerns jederzeit möglich. Erneut werde der gesamte Konzern betroffen sein, kündigte der Ufo-Vize Daniel Flohr an. Grundsätzlich sind Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft ebenso möglich wie bei vier weiteren Flugbetrieben mit deutschem Tarifrecht. Damit sind auch Streiks bei Eurowings, Germanwings, Lufthansa City Line und dem deutschen Ableger der Sunexpress möglich.

Für alle fünf Flugbetriebe hat die Ufo jeweils separate Tarifforderungen aufgestellt und sich in Urabstimmungen die Zustimmung der Mitglieder zu Streiks geholt. Die Zustimmung lag nach gewerkschaftlichen Angaben vom Freitag zwischen 77,5 und 96,2 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Lufthansa verurteilt Streikankündigung

In einer ersten Stellungnahme verurteilte die Lufthansa den Streikaufruf der Ufo "auf das Schärfste" und kündigte an, rechtliche Schritte dagegen zu prüfen. "Wir entschuldigen uns bei allen betroffenen Passagieren für die Unannehmlichkeiten", hieß es in einem Twitter-Beitrag. Derzeit arbeite die Airline "mit Hochdruck an einem Sonderflugplan".

Lufthansa erkennt den noch am Freitag bestätigten Gewerkschaftsvorstand nicht als vertretungsberechtigt an und lehnt Verhandlungen mit der Ufo seit Monaten ab. Die DGB-Gewerkschaft Verdi stünde als Alternative zu Verfügung, hatte aber in der Vergangenheit nicht die Mehrheit der Beschäftigten hinter sich.

In der Auseinandersetzung hatte Ufo bereits am 20. Oktober einen 19-stündigen Warnstreik bei vier Lufthansa-Tochtergesellschaften veranstaltet und dabei mehr als 100 Flüge ausfallen lassen. Der letzte reguläre Ufo-Streik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft datiert aus dem Jahr 2015.

Gewerkschaftsspitze soll am 14. Februar neu gewählt werden

Die Ufo hat erhebliche innergewerkschaftliche Auseinandersetzungen hinter sich. Nach gegenseitigen Untreue-Vorwürfen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sind aus dem einst siebenköpfigen Vorstand nur noch die Vorsitzende Sylvia de la Cruz und ihr Stellvertreter Daniel Flohr übrig.

Die Neuwahl der Gewerkschaftsspitze soll zum 14. Februar stattfinden. Der langjährige Ufo-Chef Nicoley Baublies fungiert nach seiner Entlassung aus Lufthansa-Diensten als Pressesprecher der Gewerkschaft.

Von: br, afp, dpa

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