Ufo und Lufthansa einigen sich auf Sparpaket

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo und Lufthansa haben sich auf Einsparungen von mehr als einer halben Milliarde Euro geeinigt. Nach Ufo-Angaben gilt das Corona-Sparprogramm bis Ende 2023 und umfasst einen vierjährigen Kündigungsschutz.

Outfit von Lufthansa-Crews. © Lufthansa Group

Unmittelbar vor der wichtigen Hauptversammlung der Lufthansa haben sich das Unternehmen und die Gewerkschaft Ufo auf ein Krisenpaket für die Flugbegleiter mit Einsparungen von mehr als einer halben Milliarde Euro verständigt. Das teilten Lufthansa und Kabinengewerkschaft Ufo in der Nacht zum Donnerstag mit.

Durch die Vereinbarungen könnten betriebsbedingte Kündigungen für die 22.000 Kabinenmitarbeiter während des Zeitraums der Krise vermieden werden, erklärte die Lufthansa. Nach Ufo-Angaben gilt das Sparprogramm bis Ende 2023 und umfasst einen vierjährigen Kündigungsschutz.

Vereinbart wurde zudem, dass Vergütungsanhebungen ausgesetzt, Flugstunden von Mitarbeitern gesenkt und die Gehälter entsprechend reduziert werden. Auch sollen Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung vorläufig gesenkt werden. Ferner wurden demnach freiwillige Maßnahmen wie unbezahlter Urlaub, weitere Arbeitszeitabsenkungen und geförderte, vorzeitige Wechsel in die Altersversorgung vereinbart.

Michael Niggemann, Vorstand Personal und Recht der Lufthansa, bezeichnete den Abschluss als ein wichtiges Signal an die Mitarbeiter, an die Aktionäre und für die außerordentliche Hauptversammlung. "Dadurch wollen wir betriebsbedingte Kündigungen in der Kabine der Lufthansa vermeiden."

Der Ufo-Vorsitzende Daniel Flohr sagte, der angekündigte Personalabbau werde nicht nur ohne Kündigungen in der Kabine auskommen, Ufo und Lufthansa bewiesen nach Jahren heftiger Auseinandersetzungen nun verantwortungsvolle Einigungs- und Handlungsfähigkeit.

Einigung mit Verdi und Vereinigung Cockpit steht noch aus

Die Lufthansa beschäftigt den Angaben zufolge rund 22.000 Kabinenmitarbeiter. Die getroffenen Vereinbarungen benötigten noch die Zustimmung der Ufo-Mitglieder. Die Urabstimmung soll in Kürze beginnen, wie die Gewerkschaft ankündigte. Vereinbarungen der Lufthansa mit anderen Gewerkschaften stehen indes noch aus.

Bislang konnte noch keine endgültige Einigung mit der Arbeitgeberseite erzielt werden, sagte Markus Wahl, Präsident der VC nach der Aktionärszustimmung am Abend. Die Lufthansa müsse sich jetzt darauf konzentrieren, den Flugbetrieb und den Konzern "für die zukünftigen Herausforderungen aufzustellen", hieß es. "Die Pilotinnen und Piloten aller Airlines der Lufthansa Group haben bereits mit weitreichenden Angeboten gezeigt, dass sie ihren Beitrag dazu leisten wollen."

Während man mit den Piloten in guten Gesprächen sei und mit der Kabinengewerkschaft Ufo bereits eine Vereinbarung getroffen habe, verliefen die Verhandlungen mit Verdi "enttäuschend", hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in Frankfurt bei der Hauptversammlung gesagt. Es müssten schnell große Fortschritte erzielt werden, wenn nicht der Personalüberhang am Boden in betriebsbedingte Kündigungen münden solle. Die Gespräche sollen laut Gewerkschaft am Freitag fortgesetzt werden.

Von: dh mit dpa, AFP

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