Ufo will alle deutschen Lufthansa-Airlines ab Mitte Oktober bestreiken

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo geht auf Konfrontationskurs mit dem Lufthansa-Konzern. In einem Flugblatt kündigt sie Streiks "bei allen Airlines im LH-Konzern" an. Momentan wirbt die Gewerkschaft mit Info-Veranstaltungen um Rückhalt unter den Mitarbeitern.

Eine Flugbegleiterin der Ufo. © dpa / Oliver Berg

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo bleibt in der Auseinandersetzung mit dem Lufthansa-Konzern auf ihrem Kurs zu einem Streik der Flugbegleiter. "In den kommenden Wochen wird es wohl zu Streiks bei allen Airlines im LH-Konzern kommen", so ein Flugblatt der Ufo. Ihre Mitglieder will die Spartengewerkschaft in dieser Woche mit Informationsveranstaltungen vorbereiten, wie sie am Montag in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt mitteilte.

Am kommenden Montag, den 14. Oktober, will die Gewerkschaft Details zu den geplanten Streiks verkünden. In Frage kämen Flüge der Konzern-Gesellschaften Lufthansa, Germanwings, Eurowings, Lufthansa CityLine und Sunexpress Deutschland.

Lufthansa lehnt Gespräche mit der Ufo seit Monaten ab, weil sie deren Vorstand für nicht rechtmäßig hält. In einem Arbeitsgerichtsverfahren wolle das Unternehmen laut eines Sprechers zudem überprüfen lassen, ob es sich bei der Ufo überhaupt noch um eine tariffähige Gewerkschaft handele. An dieser Position halte man fest.

Zuletzt hatte das Arbeitsgericht Frankfurt in erster Instanz festgestellt, dass Ufo die Tarifverträge bei der Lufthansa-Kerngesellschaft rechtmäßig gekündigt hat. Weitere Prozesse und Gerichtsentscheidungen wolle man nicht abwarten, weil Lufthansa ständig neue Vorwürfe erhebe und so kein "natürliches" Ende der Auseinandersetzungen absehbar sei, erklärte Ufo. Man werde daher nun konkrete Arbeitskampfmaßnahmen einleiten.

Die Gewerkschaft hat einen heftigen internen Führungsstreit hinter sich, in dessen Verlauf zahlreiche Vorstände und Beiratsmitglieder zurückgetreten sind, darunter der langjährige Vorsitzende Nicoley Baublies, der zwischenzeitlich auch aus seinem Lufthansa-Job entlassen worden ist. Bei einer Mitgliederversammlung am 1. November muss sich der verbliebene Rumpfvorstand Abwahlanträgen stellen.

Von: hr mit Material von dpa

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