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UBA-Bericht zu Fuel-Dumping ist Rheinland-Pfalz nicht genug

Nachdem das Umweltbundesamt in einem Bericht zu dem Schluss gekommen ist, dass Risiken durch Fuel Dumping vernachlässigbar sind, regt sich im oft betroffenen Rheinland-Pfalz Widerstand. Der Mangel an Mess-Stationen lasse keine verlässliche Aussage zu, erklären Politiker.

Fuel Jettison aus Passagiersicht an einem Airbus A340-600. © CC/GNU / Bobmil42

Nach einem Bericht des Umweltbundesamtes (UBA) zum Notablassen von Treibstoff durch Flugzeuge unter anderem über dem Pfälzerwald hat CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf seine Forderung landeseigener Messstellen bekräftigt. Voraussetzung für die Bewertung der Auswirkungen von "Fuel Dumping" auf Mensch und Umwelt seien konkrete, aktuelle Daten, teilte der CDU-Fraktionsvorsitzende am Donnerstag mit. "Das geht nur mit Messungen, und dazu bedarf es entsprechender Messstellen."

Das UBA hatte im Dezember 2020 in einem Bericht unter anderem geschrieben, die Risiken für Boden und Grundwasser seien geringfügig beziehungsweise vernachlässigbar. Für bodennahe Luft und Wasser seien die möglichen Risiken mit derzeitigem Wissenstand noch nicht in allen Details abschließend bewertbar.

Baldauf betonte, die Landesregierung habe bis heute nicht die für eigene aussagekräftige Messungen nötige Infrastruktur geschaffen. "Das bloße Aufrüsten von gerade einmal zwei Messeinrichtungen hat Alibifunktion und reicht bei weitem nicht aus. Damit wird die Landesregierung den verständlichen Sorgen und Ängsten der Menschen nicht gerecht."

Häufiges Fuel-Dumping über dem Bundesland

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Alexander Schweitzer, erklärte mit Blick auf den UBA-Bericht, ob und in welcher Konzentration und Zusammensetzung sich Kerosin-Rückstände auf Boden, Gewässer und Menschen auswirkten, könne nach wie vor nicht abschließend beantwortet werden. "Wir brauchen endlich eine umfängliche Untersuchung der Auswirkungen von Kerosinablässen, die konkrete Messungen von belasteten Gebieten beinhalten muss." Über die Studie des UBA hatte zuvor die Zeitung "Die Rheinpfalz" berichtet.

Manche Langstreckenflugzeuge können in Notsituationen Kerosin ablassen, um mit weniger Gewicht landen zu können. "Fuel Dumping" ist vor allem im südlichen Rheinland-Pfalz ein Thema. In dem Bundesland kommt es wegen der Nähe zum Frankfurter Flughafen vergleichsweise oft zu solchen Ablässen.

Von: dk, dpa

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