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Turboprop-Hersteller ATR wittert Morgenluft nach schwierigem Jahr

Der zur Hälfte in Airbus-Besitz befindliche Hersteller ATR sieht sich mit seinen effizienten Maschinen gut aufgestellt, nach der Krise wieder durchzustarten. Helfen sollen dabei die neue Frachtversion und technische Weiterentwicklungen.

Eine ATR-72 von Fedex. © Fedex

Der Regionalflugzeughersteller ATR hat seine Pläne skizziert, wie die Marktposition nach Corona zumindest gehalten, wenn nicht gestärkt werden soll. Der regionale Flugverkehr habe während der Corona-Krise "lebenswichtige Konnektivität" geboten und damit auch die ATR-Maschinen in Nord-Amerika und Europa wieder attraktiver gemacht, so Stefano Bortoli, Ceo des Joint Ventures von Airbus und Leonardo: "Während Turboprops auch weiterhin die beste Wahl für mehrere unterversorgte Regionen in Asien, Lateinamerika und Afrika sind."

Im vergangenen Jahr hatte ATR nur zehn Flugzeuge ausgeliefert und unter dem Strich Aufträge für sechs neue Maschinen verbucht. Dennoch ist der Hersteller zuversichtlich, dass seine sparsamen und weniger umweltschädlichen Maschinen nach überwundener Krise von einer hohen Nachfrage profitieren können.

Trotz des schwierigen Umfeldes wären im vergangenen Jahr weltweit neun neue Betreiber der ATR-Turoboprops hinzugekommen, heißt es zur Begründung. Zudem seien 84 Routen neu mit dem Muster beflogen worden. Auch vom stabilen Frachtmarkt wolle man künftig profitieren, so ATR. Die im vergangenen Dezember an Fedex erstmals ausgelieferte Frachtversion ATR 72-600F komme genau zum richtigen Zeitpunkt. Man erwarte eine Verdopplung des Frachtaufkommens in den kommenden 20 Jahren und der eigene Turbopro-Frachter sei vielfach genau das richtige Flugzeug für Point-To-Point-Zustellungen in die Fläche.

Nun sollen vor allem weitere Effizienzsteigerungen und eine vereinfachte Wartung die Stärken des eigenen Portofolios betonen. Für besonders kurze Bahnen mit 800 bis 1000 m Länge soll eine Kurzstartvariante der ATR 42 gebaut werden. Ebenso soll die Avionik weiter modernisiert werden.

Rund 900 Turboprops müssten weltweit in den kommenden Jahren ersetzt werden, rechnet Bertoli vor. Eine kosteneffiziente Maschine auf dem neuesten Stand der Technik wie die eigenen Muster habe dabei beste Chancen. Zudem sei der wesentliche kleinere CO2-Fußabdruck der ATR-Maschinen ein zunehmend gutes Verkausargument.

Von: dk

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