Tuifly öffnet Sommerflugplan 2021 schon jetzt für Buchungen

Um in Corona-Zeiten Liquidität zu sichern, eröffnet Tuifly schon jetzt den Sommerflugplan für das kommende Jahr für Buchungen. Damit könnten Kunden schon heute Urlaube langfristig umbuchen, teilte das Unternehmen mit. Das Angebot liegt etwas unter dem für 2020 geplanten Sommer.

Eine Boeing 737 der Tuifly. © Tuifly

Als erste deutsche Airline hat Tuifly den Flugplan für die Sommersaison 2021 freigeschaltet. Das Angebot umfasst den Angaben nach rund 4,5 Millionen Sitzplätze, von denen mehr als die Hälfte auf die griechischen Inseln, insbesondere Kreta und Rhodos sowie auf die Kanaren entfallen. Der Spitzenreiter im Programm bleibt jedoch Mallorca: 70 mal pro Woche startet der beliebte Ferienflieger zur größten Baleareninsel.

"Aufgrund der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus können viele Reisen derzeit nicht wie geplant stattfinden", sagte Airline-Chef Oliver Lackmann. "Wir ziehen deshalb die Buchungsfreigabe für den Sommer 2021 vor, um unseren Fluggästen zusätzliche Flexibilität und Sicherheit bei der Reiseplanung zu bieten, sodass sie die langersehnte Auszeit auch auf einen späteren Zeitpunkt verschieben können."

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Das größte Sitzplatzangebot gibt es den Angaben zufolge mit mehr als 830.000 Sitzplätzen am Flughafen Düsseldorf, der damit weiterhin die größte Tuifly Station bleibt, dicht gefolgt von den Airports in Frankfurt/Main und Hannover. Zudem bedient die Airline auch Berlin, Basel, Köln/Bonn, Karlsruhe/Baden-Baden, Hamburg, Nürnberg, Paderborn-Lippstadt, Saarbrücken und Stuttgart.

Vor Corona hatte Tuifly geplant, im jetzt beginnenden Sommerflugplan die Kapazitäten trotz Boeing-737-Max-Problemen deutlich zu erhöhen und rund sieben Prozent mehr Sitzplatzkapazitäten anbieten als im vergangenen Sommer. Flugplan-Analysen zufolge hatte Tuifly für den Sommer 2020 rund 4,8 Millionen Sitzplätze von und nach 13 deutschen Airports im Angebot. Dazu hatte die deutsche Tui-Airline sogar zuvor an Eurowings verleaste Flugzeuge zurück.

Von der Corona-Krise getroffen

Aufgrund der Corona-Krise hatte Tui Deutschland nun aber sämtliche Reisen bis zum 30. April abgesagt. Viele Mitarbeiter sollen wegen der schwierigen Geschäftslage von April an für bis zu sechs Monate in Kurzarbeit gehen.

Sowohl die Reiseveranstalter wie die Fluggesellschaften sehen sich derzeit mit einer explodierenden Zahl von Erstattungsforderungen für stornierte Flüge konfrontiert. Die Reiseveranstalter und Fluggesellschaften bauen auf Staatshilfe. Tui befindet sich nach eigenen Angaben in entsprechenden Gesprächen.

Tui-Konzernchef Fritz Joussen verwies bei der Ankündigung, dass man im April gar keine Reisen durchführe, zwar auf ein Liquiditätspolster von 1,4 Milliarden Euro. Das Unternehmen hat für die Angestellten in Deutschland trotzdem Kurzarbeitsregelungen bis Ende September vereinbart.

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Die frühe Öffnung des Flugplans ist laut Beobachtern daher auch vor dem Hintergrund der Liquiditätssicherung zu sehen. Zuletzt gab es gar Gerüchte, Tui drohe der Verlust der Erlaubnis, Pauschalreisen zu verkaufen, da ein Versicherungskonsortium nicht mehr bereit wäre, diese nach den gesetzlichen Vorgaben abzusichern. Tui dementierte entsprechende Meldungen jedoch entschieden.

Von: dh

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