Tuifly holt Eurowings-Maschinen vorzeitig zurück

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Tuifly holt drei an Eurowings verleaste Boeing 737-800 früher als geplant zurück. Der Ferienflieger benötigt seine Flugzeuge im Sommer selbst. Hintergrund ist das Max-Grounding und ein starkes Wachstum.

Die Boeing 737-800 wird ab dem Sommer wieder für Tuifly fliegen. © AirTeamImages.com / Matthieu Douhaire

Tuifly wird in den kommenden Wochen drei Maschinen vom Typ Boeing 737-800 aus dem Wet-Lease-Deal mit Eurowings zurückholen. Das bestätigte ein Tuifly-Sprecher auf Anfrage von airliners.de. Tui werde in diesem Sommer um 500.000 Urlauber wachsen. Daher werde Tuifly mehr Flüge anbieten als im vergangenen Jahr, so der Sprecher zu den Gründen der vorzeitigen Rückholaktion.

Dass das Wetleasing von Tuifly-Maschinen an Eurowings demnächst beendet wird, ist bereits seit längerem beschlossen. Eigentlich sollten die ersten Flugzeuge aber ab Ende des Jahres an Tuifly zurückgegeben werden.

Eurowings hatte bereits im vergangenen Jahr im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung angekündigt, bestehende Wetlease-Verträge zurückfahren zu wollen. Künftig wolle die Lufthansa-Billigtochter auf eine Einheitsflotte bestehend aus A320-Modellen setzen.

Sechs Max-Flugzeuge fehlen

Branchenbeobachter gehen nun davon aus, dass der weiterhin unklare Zeitpunkt der Wiederzulassung der Boeing 737 Max eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung spielt. Denn eigentlich hätte Tuifly aktuell bereits sechs Max-Jets in der Flotte haben sollen.

Insgesamt rechnet man bei Tuifly nun für den Sommer mit einer benötigten Zusatzkapazität, die vier Flugzeugen entspricht. Neben den drei Eurowings-Jets braucht Tuifly daher noch ein weiteres Flugzeug, was aktuell nicht einfach ist. Laut des Sprechers gebe es diesbezüglich aber verschiedene Möglichkeiten - auch innerhalb der Tui-Group-Airlines.

Maschinen werden umlackiert

Auch Eurowings bestätigte gegenüber airliners.de, dass bis Ende Mai drei Maschinen an Tui zurückgehen. Die 737 seien derzeit am Flughafen Hamburg stationiert, so eine Sprecherin zu airliners.de Für Eurowings hat dies keine Auswirkungen, da man künftig mehr eigens Fluggerät einsetzen werde.

Dass Eurowings mit geleasten Maschinen von Tuifly unterwegs ist, hat seine Ursprünge in einem Deal zwischen Air Berlin und Tuifly. Die Berliner hatten 14 Maschinen des Hannoveraner Ferienfliegers in einem langfristigen Wet-Lease-Deal angemietet. Die Boeing 737-800 waren zuletzt vor allem für Niki im Einsatz. Laut Insidern konnte dieser Vertrag damals nur einseitig von Tuifly gekündigt werden, für die der Vertrag als sehr lukrativ beschrieben wurde.

Nach der Pleite von Air Berlin hatten sich Eurowings und Tuifly auf eine Übernahme des Deals bis März 2021 geeinigt - allerdings in einem geringeren Umfang. Tuifly hatte sieben Maschinen zurückerhalten, während die verblieben sieben Boeing-Jets seitdem für Eurowings unterwegs sind, unter anderem ab den Standorten Hamburg, Hannover, Nürnberg und Köln/Bonn.

© Eurowings, Lesen Sie auch: Eurowings lackiert gemietete Tuifly-Jets

Die Lufthansa-Tochter hatte im vergangenen Frühjahr damit begonnen, die Maschinen mit der Eurowings-Livery zu versehen. Der Tuifly-Sprecher erklärte, dass die Bemalungen der Maschinen wieder geändert werden.

Von: br

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