Tuifly beruft sich auf höhere Gewalt - Experte widerspricht

Nach den zahlreichen Flugausfällen wegen Crew-Erkrankungen lehnt Tuifly Entschädigungs- und Schadenersatzansprüche von Kunden ab und begründet dies mit höherer Gewalt. Ein Fluggastrechtler widerspricht.

Das Wort "gestrichen" ist auf einer Anzeigetafel zu lesen. © dpa / Julian Stratenschulte

Die von den Verspätungen und Flugausfällen bei Tuifly und Air Berlin betroffenen Passagiere haben nach Ansicht eines Fluggastrechtlers Anspruch auf finanzielle Entschädigung. "Wenn die Airlines sich bei krankheitsbedingten Personalausfällen auf höhere Gewalt berufen, ist das aus rechtlicher Perspektive schlichtweg falsch und ein Versuch, Entschädigungszahlungen nicht leisten zu müssen", sagte jetzt Philipp Kadelbach, Mitgründer und Geschäftsführer des Flugrechtsportals Flightright.

Die Tuifly-Mutter Tui Deutschland lehnt Entschädigungs- und Schadenersatzansprüche von Kunden ab, nachdem sich Flugbegleiter und Piloten scharenweise krankgemeldet haben. "Die massenhaften und äußerst kurzfristigen Krankmeldungen sind ein außergewöhnlicher und nicht vermeidbarer Umstand im Sinne von höherer Gewalt", sagte eine Unternehmenssprecherin.

© dpa, Julian Stratenschulte Lesen Sie auch: Krankmeldungen halten Tuifly und Air Berlin am Boden

Nach Ansicht von Kadelbach zählen Krankheitswellen jedoch zu den "normalen Betriebsrisiken, die Airlines zu jeder Zeit einkalkulieren müssen". Dies gelte auch, wenn es Zweifel gebe, ob tatsächlich eine Krankheit vorliege.

Von: dpa, gk

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