Tui will wohl ein Viertel von Corsair behalten

Der Verkauf der französischen Corsair von Tui an Intro wird offenbar noch einmal geändert. Laut eines Medienberichts behält der Reisekonzern 25 Prozent an der Airline - verpflichtet sich aber zu einem Zugeständnis.

Eine Boeing 747 von Corsair International. © AirTeamImages.com / Paul Marais-Hayer

Der Reisekonzern Tui möchte offenbar eine Sperrminorität von 25 Prozent an der Airline Corsair behalten. Dies berichtet die französische Zeitung "La Tribune". Weder Verkäufer (Tui) noch Käufer (Intro) wollen sich auf Anfrage von airliners.de dazu äußern.

Bislang sah der Plan vor, dass Intro Aviation zusammen mit dem US-Investmentfonds Crestline 80 Prozent von Corsair übernimmt und 20 Prozent als Kapitalanlage an die 1200 Mitarbeiter der Airline gehen. Der Deal sollte Anfang Januar abgeschlossen werden. Doch nun ist laut Zeitungsbericht die Rede davon, dass Tui 25 Prozent und Intro lediglich 55 Prozent von Corsair kauft.

Zugeständnis vom Konzern

Der Anteil der Arbeitnehmer wird unverändert mit 20 Prozent taxiert. Dennoch ist vom Corsair-Betriebsrat ein neuer Konsultationsprozess angestoßen worden - neues Zieldatum: Ende Februar. Über den Kaufpreis schweigen beide Seiten.

Allerdings gibt es offenbar durch die Planänderung ein Zugeständnis von Tui: Der Konzern möchte demnach keine andere Airline im französischen Markt und damit als Konkurrentin zu Corsair betreiben.

Aktuell operiert Corsair sieben Jets (vier A330 und drei Boeing 747) auf der Langstrecke - das Mittelstreckengeschäft ist laut Medien vor Jahren aus Gründen der Unprofitabilität eingestellt worden. Intro will die Flotte bis 2023 nahezu verdoppeln.

Zweifel an der Finanzkraft des Käufers

Mit dem Schritt, dass Tui eine Sperrminorität behält, sollen laut "La Tribune" Zweifel der Arbeitnehmer an der Finanzkraft des Käufers zerstreut werden. Schon einmal war ein Corsair-Verkauf am Widerstand der Belegschaft gescheitert. Diese lehnte die Veräußerung an die Groupe Dubreuil (Air Caraibes) vor einigen Jahren ab.

Anfang des Jahrtausends übernahm der Reisekonzern Corsair. Der Name der Airline wurde in Corsairfly geändert, um die Nähe zu anderen Tui-Carriern wie Tuifly zu symbolisieren. 2012 änderte sich der Name erneut in Corsair International.

Tui bekräftigte nach dem gescheiterten Verkaufsversuch, weiter nach Abnehmern für Corsair zu suchen. "Der Konzern hat in der Tat keine Freude an der Corsair", sagte der damalige Tui-Betriebsratschef Frank Jakobi 2015 im Interview mit airliners.de.

Von: cs

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