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Tui fliegt Kanaren trotz Reisewarnung wieder an

Tui fliegt die Kanaren trotz Reisewarnung ab dem 3. Oktober wieder an. Die Kunden wünschten es so, viele wollen scheinbar nicht stornieren. Auf den spanischen Inseln weckt die Ankündigung Hoffnung.

Passagiere stehen am Flughafen Palma am Abfertigungsschalter von Tui. © dpa / Clara Margais

Trotz einer Reisewarnung der Bundesregierung will der weltgrößte Reiseanbieter Tui vom 3. Oktober an wieder Pauschalreisen auf die Kanaren anbieten. "Wir wollen dem Gast die Wahl geben, ob er die Reise antreten oder kostenlos stornieren oder umbuchen möchte", sagte Tui-Sprecher Aage Dünhaupt am. "Wir machen es, weil es auch von den Kunden gewünscht wurde." Seit der Reisewarnung für ganz Spanien hatte Tui die Flüge auf die Kanarischen Inseln stark reduziert, Pauschalreisen wurden abgesagt. Flüge waren über Tui weiterhin möglich, wie Dünhaupt sagte.

Dass bald wieder Pauschalreisen möglich sind, liege auch an den anstehenden Schulferien. "Unser Ansatz war, eine Lösung für die Herbstferien zu schaffen - für die Gäste, die auch weiterhin auf die Kanaren möchten." Der Flugplan werde je nach Bedarf ausgebaut.

Der Tourismuskonzern sieht für umsichtige Urlauber, die trotz Reisewarnung auf die zu Spanien gehörende Inselgruppe im Atlantik fliegen, kein besonderes Risiko. "Alle Auswertungen und Zahlen zeigen, dass der Pauschalreisende, der sich an die Regeln hält, überhaupt nicht gefährdet ist", sagte Dünhaupt. Die Tui-Reisenden seien zudem versichert, falls Corona-Test, Quarantäne oder eine Corona-Behandlung nötig werden sollten.

Infektionszahlen auf den Kanaren überschaubar

Der Deutschlandchef des Tourismuskonzerns, Marek Andryszak, erwartet, dass viele Kunden genau abwägen, ob sie in ein Risikogebiet reisen oder nicht. "Aber durch die Möglichkeit, sich testen zu lassen, glaube ich schon, dass viele Kunden ihren Urlaub trotz Reisewarnung antreten werden", sagte Andryszak den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Mit der Entscheidung stelle sich das Unternehmen nicht gegen die Bundesregierung.

Die Bundesregierung weist Regionen, in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 besteht, als Risikogebiete aus. Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen und dann solange in Quarantäne bleiben, bis das Testergebnis da ist. Die Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung für touristische Reisen haben. Den Urlauberinnen und Urlaubern ermöglicht sie, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Auf den Kanaren ist die Zahl der Corona-Infektionen im Vergleich zu anderen Regionen Spaniens relativ niedrig. Die Regionalregierung schaffte es im September, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zu halbieren. Als die Bundesregierung die Kanaren Anfang des Monats auf die schwarze Liste gesetzt hatte, lag diese Zahl noch bei 107. Vorige Woche wurde sie auf knapp über 50 gedrückt. Allerdings muss die 7-Tage-Inzidenz mehrere Tage lang unterhalb von 50 liegen, damit es eine Chance auf Aufhebung der Reisewarnung gibt.

Die Tui-Initiative sorgt auf den Kanaren für etwas Hoffnung: Der Tourismus ist für die Inseln mit einem Anteil von 35 Prozent am Regionaleinkommen überlebenswichtig. Die Zeitung "La Provincia" hatte geschrieben, die deutsche Reisewarnung "versetzt dem Tourismus der Kanaren den Gnadenstoß". Experten warnten, die Arbeitslosenrate könne deshalb von zuletzt gut 21 Prozent (zum 30. Juni) auf 40 Prozent in die Höhe schießen. Bereits im August, als für die Kanaren noch keine deutsche Reisewarnung galt, fielen die Hotelübernachtungen in der Region im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp 80 Prozent, wie die spanische Statistikbehörde INE dieser Tage mitteilte.

Von: dk, dpa

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