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Tui will 8000 Jobs streichen

Tui-Chef Fritz Joussen rechnet mit einer schnellen Erholung des Reisegeschäfts nach der Corona-Krise. Dennoch muss der Reiseveranstalter sparen und will weltweit rund 8000 Job abbauen.

Tui-Chef Friedrich Joussen mit einem Flugzeug von Tuifly. © Tui Group

Tui-Chef Fritz Joussen rechnet mit einer raschen Erholung des Reisegeschäfts, wenn die Corona-Pandemie erst einmal überstanden ist. "Spätestens im Jahr 2022 werden wir eine volle Erholung der Touristenzahlen sehen", sagte der Chef des weltgrößten Reisekonzerns bei der Vorlage der Zwischenbilanz in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Er erwartet zwar, dass die derzeitigen Erfahrungen mit Home Office und Videokonferenzen auch nach der Krise zu einer geringeren Nachfrage nach Geschäftsreisen führen. Zu Urlaubsreisen gebe es aber kaum eine Alternative.

Gleichzeitig muss der Konzern drastisch sparen und die so genannten Overhead-Kosten dauerhaft konzernweit um 30 Prozent reduzieren. Weltweit wird das Auswirkungen auf rund 8000 Stellen haben, die nicht nachbesetzt oder abgebaut werden müssen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Zahlreiche Beschäftigte musste Tui Deutschland schon in Kurzarbeit schicken, für viele gilt die Regelung bis in den September. Um die Einnahmeeinbußen abzufedern und Liquidität zu sichern, bekommen die Hannoveraner über die staatliche Förderbank KfW zur Überbrückung der Krise einen Kredit von 1,8 Milliarden Euro. Dieser stockt eine schon bestehende Kreditlinie im Wert von 1,75 Milliarden Euro auf.

Bis zur Einstellung des Reiisebetriebs Mitte März befand sich der weltweit führende Touristikkonzern auf Kurs: In den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres wurde der Umsatz um sechs Prozent auf 6,0 Milliarden Euro gesteigert. Das operative bereinigte Ebit ohne die Auswirkungen von Einmaleffekten lag bei -240 Millionen Euro - das entspricht einer Verbesserung um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Zehn-Punkte-Plan für einen sicheren Urlaub

Tui beschloss nach der vorläufigen Absage des nahezu gesamten Programms aus Pauschalreisen, Flügen und Kreuzfahrten für den Hotelbetrieb inzwischen einen Zehn-Punkte-Plan zur Wiederaufnahme. Dieser sieht zum Schutz vor Infektionen zum Beispiel vor, dass Kunden online einchecken können, Abstandsregeln greifen, die Kapazitäten von Restaurants und Teilnehmerzahlen von Sport- und Unterhaltungs-Events verringert oder Zimmer mit speziellen Mitteln gereinigt werden.

Die großen Veranstalter machen ihr Geschäft vor allem mit Pauschalreisen für klassische Urlaubsziele rund um das Mittelmeer. Allerdings haben sie zuletzt auch ihre Aktivitäten auf dem Heimatmarkt ausgeweitet. "Wir können relativ schnell in wenigen Tagen Vorlauf Hotels und Ferienclubs startklar machen", hieß es bei Tui.

Urlaub in Deutschland dürfte bald wieder etwas leichter möglich sein. Für Ferienwohnungen oder Campingplätze gibt es bereits Lockerungen, bis Ende Mai könnten in einigen Regionen Hotels hinzukommen. Ganz ohne Einschränkungen wie deutlich geringere Gästezahlen in Lokalen dürfte der Betrieb in diesem Jahr aber eher unrealistisch sein.

Tui versucht, die Kunden schon auf die Hauptsaison 2021 einzustimmen. Der Flugplan für Mitte kommenden Jahres wurde freigeschaltet.

Von: br, dpa

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