Tui verliert 20 Millionen Euro durch Niki-Pleite

13.02.2018 - 14:32 0 Kommentare

Ferienflieger Tuifly hat durch die Niki-Insolvenz Geld verloren. Doch der Mutterkonzern Tui schreibt trotzdem gute Quartalszahlen. Profit bringen vor allem die Hotels und Kreuzfahrtschiffe.

Tui-Chef Friedrich Joussen mit einem Flugzeug von Tuifly. - © © Tui Group -

Tui-Chef Friedrich Joussen mit einem Flugzeug von Tuifly. © Tui Group

In den jüngsten Geschäftszahlen der Tui Group schlagen sich die Turbulenzen um die Niki-Pleite nieder: Der weltgrößte Reisekonzern muss 20 Millionen Euro abschreiben, wie er vor seiner Hauptversammlung am Dienstag bekannt gab.

Der Verlust entstand, weil der insolvente Ferienflieger seine Verbindlichkeiten aus dem Wet-Lease-Vertrag mit Tuifly nicht begleichen konnte. Die Tui-Airline betrieb für Niki bis zum Grounding im Dezember sieben Flugzeuge.

Bereits im Vorjahr war das Quartal bei Tui durch das Fluggeschäft belastet: Damals mussten nach dem wilden Streik bei Tuifly im Oktober 2016 sogar 24 Millionen Euro Verlust verbucht werden, wie der Konzern mitteilt.

Deutlich geringeres Winter-Minus

Insgesamt kann der Konzern nun eine Verbesserung der Zahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum melden: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres von Oktober bis Dezember verringerte sich der für einen Reiseveranstalter saisontypische Verlust um rund 59 Prozent: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei minus 25 Millionen Euro statt wie zuvor bei minus 60 Millionen.

Besonders einträglich war der Hotelbereich: Tui verkaufte drei Hotels der Marke Riu und erzielte damit einen Ertrag von 38 Millionen Euro. Das Segment brachte ein Ergebnis von über 94 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie im Vorjahresquartal.

Zweistelliges Plus für das Gesamtjahr angepeilt

Weiterhin im Aufwind ist auch das Kreuzfahrtgeschäft mit einem Ergebniszuwachs von 34 Prozent auf über 37 Millionen Euro. Für eine weitere Expansion in diesem Segment hat Tui soeben den Bau eines siebenten Schiffes für die Tui-Cruises-Flotte angekündigt, das 2023 ausgeliefert werden soll.

© Tui, Lesen Sie auch: Tui will mehr Flugzeuge kaufen

Bei den Reiseveranstaltern des Konzerns zeichnet sich ein starkes Sommergeschäft ab: Die Vorausbuchungen liegen um sechs, die Umsätze um acht Prozent im Plus. Tui-Chef Friedrich Joussen geht entsprechend von einem guten Ergebnis für das gesamte Geschäftsjahr aus: "Nach drei Jahren in Folge mit zweistelligem Ergebniswachstum ist dies auch für 2018 unser Ziel."

Von: pra
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