Tüv Süd gründet Beraterfirma für Wasserstoff

Die Bundesregierung fördert umfangreich Wasserstoff-Projekte. Der Tüv Süd will vom "Geldregen" profitieren und Behörden und Unternehmen den Weg in die Wasserstoff-Zukunft weisen.

Eurowings-Flugzeug und Solarzellen am Flughafen Stuttgart © Flughafen Stuttgart

Der Tüv Süd und der Gasnetz-Betreiber OGE setzen auf grünen Wasserstoff als CO2-freier Ersatz für Öl, Erdgas und Kohle. Für die Industrie könnte Wasserstoff ein zentraler Energieträger werden, ebenso wie für Millionen Heizungen und Fahrzeuge, sagte OGE-Chef Jörg Bergmann sagte am Dienstag bei einer Video-Konferenz. Mit dem Tüv Süd und der Unternehmensberatung Horvath gründete der Netzbetreiber die Gemeinschaftsfirma Evety in Essen als "die führende Beratung für Wasserstoff".

Evety-Chef Klaus Altfeld sagte, mit steigenden CO2-Abgaben ab nächstem Jahr wachse der Druck für die Industrie, die Energieversorger, Speditionen, Reeder und Luftfahrt. "Wir werden auf die Branchen mit dem größten Handlungsbedarf zugehen."

Tüv-Süd-Manager Reiner Block sagte, mit der Förderung von Wasserstoff-Projekten durch die Bundesregierung "fällt Geld vom Himmel". Landkreise in der Region München zum Beispiel fragten sich jetzt, wie sie Einzelprojekte am besten umsetzen und die Sektoren Industrie, Wärme und Mobilität vernetzen könnten. "Unsere Bündelung von Kompetenzen ist im Markt einzigartig und wird für viele unserer Kunden der Schlüssel zur Wasserstoffzukunft sein", sagte Altfeld.

Gas aus überschüssigem Windstrom

Heute verpufft überschüssiger Windstrom meist ungenutzt. Er könnte aber Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten. Das aus dem Wasserstoff hergestellte synthetische Methan könnte gespeichert und in bestehenden Gasleitungen in Industriegebiete und Großstädte transportiert werden, ohne neue Stromtrassen, Batterieparks und Pumpspeicher zu bauen. Die deutschen Erdgasspeicher sind schon über ein 500.000 Kilometer langes Erdgasnetz miteinander verbunden. Auch kann ein Gaskraftwerk mit gespeichertem Methan sofort heraufgefahren werden und Strom liefern, wenn Wind- und Solaranlagen nichts liefern.

Bergmann sagte, Strom decke nur 20 Prozent des deutschen Energiebedarfs. Als Ersatz für Öl, Erdgas und Kohle sei grüner Wasserstoff die Zukunftschance. "In Zukunft werden wir immer mehr grüne Gase - insbesondere Wasserstoff - transportieren."/

Von: dk, dpa

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