Die Treibstoffausgaben der US-Airlines sind im April gegenüber dem Vorjahr um 78 Prozent auf knapp 6,5 Milliarden US-Dollar (rund 5,6 Milliarden Euro) gestiegen. Das teilte das US-Verkehrsministerium (USDOT) in seinem monatlichen Bericht mit.
Gegenüber März legten die Kosten um 26 Prozent zu, obwohl die Airlines im gleichen Zeitraum 2,6 Prozent weniger Treibstoff verbrauchten. Der Preis je Gallone (rund 3,7 Liter) Kerosin lag im April bei 4,11 US-Dollar – 1,81 US-Dollar mehr als im April 2025.
Die gestiegenen Kosten hinterlassen bereits Spuren: Die US-Billigairline Spirit Airlines stellte im Mai den Betrieb ein und begründete dies unter anderem mit den gestiegenen Treibstoffpreisen.
IATA senkt Gewinnprognose für 2026 deutlich
Die Internationale Lufttransportvereinigung IATA, die mehr als 370 Airlines mit einem Anteil von rund 85 Prozent am globalen Luftverkehr vertritt, senkte ihre Gewinnprognose für die Branche erheblich.
In ihrem am Sonntag vorgelegten Jahresbericht erwartet die Organisation für 2026 einen kombinierten Nettogewinn von 23 Milliarden US-Dollar – deutlich unter der früheren Prognose von rund 41 Milliarden und dem Vorjahreswert von 45 Milliarden US-Dollar.
Die weltweite Treibstoffrechnung der Airlines dürfte in diesem Jahr auf rund 350 Milliarden US-Dollar steigen, nach rund 252 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Damit entfällt auf Treibstoff fast ein Drittel der gesamten Betriebskosten.
Ticketpreise steigen, Routen werden länger
Der Nahostkonflikt, ausgelöst durch US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran, zwingt Airlines zudem, Flüge über gesperrte oder eingeschränkte Lufträume umzuleiten. Das erhöht den Treibstoffverbrauch.
Gestiegene Ölpreise, getrieben von Befürchtungen über Versorgungsengpässe, haben die Kerosinpreise stark nach oben getrieben und die Raffineriemargen ausgeweitet.
Für Passagiere schlagen sich die Mehrkosten in höheren Ticketpreisen nieder. Laut Suchdaten des Reiseportals Kayak sind die Durchschnittspreise für Flüge mit US-Abflughafen im Jahresvergleich um bis zu 31 Prozent bei Inlandsflügen und um 22 Prozent bei internationalen Verbindungen gestiegen.