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Too big to fail - Airbus ist mit Milliarden-Strafe gut bedient

Die Korruptionsermittlungen gegen Airbus und die Beweislast waren anscheinend so umfangreich, dass der Flugzeugbauer als Ganzes eine Verurteilung wohl nicht überlebt hätte. Die Richterin macht klar, dass der nun geschlossene Vergleich vor allem eine Wirtschaftskrise in Europa verhindern soll.

Airbus-Flugzeuge der Air Asia auf dem Kuala Lumpur International Airport in Sepang. 50 Millionen Euro soll Airbus den Managern der Airline für Großbestellungen gezahlt haben. © dpa / Ahmad Yusni/EPA

Einige Tage nach der spektakulären Strafe in Höhe von 3,6 Milliarden Euro, der Airbus - im Gegenzug für die Aussetzung der Ermittlungen in Europa und den USA - aufgrund von Korruptionsvorwürfen in verschiedenen Ländern zustimmte, wird klar, wie kritisch die Lage für das Unternehmen war. Das Gerichtsverfahren gegen Airbus wurde offenbar vor allem aus dem Grund eingestellt, dass eine Verurteilung wohl das Ende des europäischen Industriegiganten bedeutet hätte. Das geht laut unterschiedlicher Medienberichte aus dem Urteil der britischen High-Court-Richterin Victoria Sharp hervor.

Sharp wurde mit der Einschätzung zitiert, dass das Unternehmen im Falle einer Verurteilung wohl den Zugang zu seinen wichtigsten Märkten in Europa und Nordamerika verloren hätte. "Was hier zählt, ist nicht der potenzielle Verlust von Verträgen ... sondern die Auswirkungen, die dies auf das Unternehmen finanziell und auf seine [unschuldigen] Mitarbeiter haben wird, und die weitergehenden Auswirkungen, die dies auf unschuldige Dritte haben wird..", so die Richterin. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Wertschöpfung in den jeweiligen Airbus-Partnerländern um bis zu 100 Milliarden Euro pro Jahr sinkt, sollte das Unternehmen in eine Existenzkrise geraten.

Richterin beklagt "ungeheuerliches Verhalten" von Airbus

Der finanzielle Schaden hätte laut Airbus bis zu 200 Milliarden Dollar betragen, der dreifache Jahresumsatz. Das Unternehmen wäre wohl auseinander gefallen. So ist es ein Jahresgewinn, den Airbus als Strafe zahlen muss.

Dass die Verfahrenseinstellung jedoch nicht mit einem Freispruch zu verwechseln ist, machte die Richterin jedoch auch klar. Laut "Handelsblatt" wies Sharp auf "jahrelange schwere Kriminalität seitens Airbus auf allen Kontinenten" hin und sprach von "ungeheuerlichem Verhalten". Auch sei das Top-Management in die Bestechungspraktiken involviert gewesen. Zugute komme Airbus, dass das Unternehmen vollumfänglich kooperiert habe, weshalb eine außergerichtliche Einigung zu rechtfertigen sei.

© Airbus, H. Goussé/master films Lesen Sie auch: Airbus einigt sich mit drei Behörden wegen Korruptionsvorwürfen

Airbus steht nun drei Jahre lang quasi unter Bewährung und wird von den Anti-Korruptionsbehörden in Europa und Nordamerika gesondert überwacht. Experten gaben sich nach Bekanntwerden der gerichtlichen Einigung überrascht vom Ausmaß der Bestechung. Für die "FAZ" sind vor allem die Vorgänge in China bedenklich, da dort in besonderem Ausmaß auch staatliche Vertreter Schmiergelder erhalten haben sollen.

von den konkreten Vorwürfen gegen Airbus sticht bisher ein Fall in Malaysia heraus. Dort soll Airbus den Verantwortlichen beim Großkunden AirAsia 50 Millionen Euro gezahlt haben, damit diese zusätzliche Order über 180 Airbus-Flugzeuge tätigten. Um die Zahlungen zu verschleiern, steig Airbus in ein umfangreiches Sport-Sponsoring, bei dem sich die AirlineManager bedienen konnten.

© Airbus, Lesen Sie auch: Airbus zahlt 3,6 Milliarden Euro wegen Korruptionsvorwürfen

Von: dk

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