Ticketsteuer soll doch nicht für alle Flüge gleich steigen

Ursprünglich war für die Anhebung der Luftverkehrsteuer eine Steigerung für alle Fluglängen um rund 40 Prozent vorgesehen. Um den Fokus auf die umstrittenen Inlandsflüge zu legen, hat das Kabinett nun doch eine Staffelung beschlossen.

Flugzeuge von Lufthansa in Frankfurt: Für jeden Abflug von einem deutschen Airport wird die Luftverkehrsteuer fällig. © AirTeamImages.com / Felix Gottwald

Die genauen neuen Sätze für die Erhöhung der Luftverkehrsabgabe wurden von der Bundesregierung noch einmal angepasst. Das berichtet "Der Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe und bezieht sich auf einen Referentenentwurf aus dem Bundesfinanzministerium, auf den sich die Koalitionsspitzen im Laufe der Woche geeinigt hätten.

Die Ticketsteuer für kurze Flüge im Inland und in EU-Staaten soll nun etwas stärker steigen als zunächst geplant, die Steuern für längere Flüge dafür weniger stark. Besonders für Inlandsflüge waren allerdings deutlich höhere Aufschläge im Gespräch gewesen. Die Änderung ist zum 1. April 2020 geplant.

An der Verwendung der Einnahmen für billigere Bahntickets ändert sich nichts

Konkret soll die Luftverkehrsteuer für Flüge im Inland und in EU-Staaten um 3,78 Euro steigen - auf dann 11,25 Euro pro Ticket mit Start von einem deutschen Flughafen. Das bedeutet eine Steigerung um gut 50 Prozent.

Bei Strecken bis 6000 Kilometer ist eine Erhöhung um rund 7 Euro auf 30,00 Euro vorgesehen, hier beträgt die Steuererhöhung gut 30 Prozent.

Bei noch weiteren Fernstrecken sollen künftig 54,00 Euro fällig werden, rund 12,50 Euro oder etwas über 23 Prozent mehr als bislang.

Zunächst hatte das Finanzministerium die Steuer in allen Kategorien prozentual gleich stark anheben wollen. Bei Flügen im Inland wäre sie dann wenige Cent niedriger, bei den langen Flügen fast fünf Euro höher gewesen als jetzt geplant. Dafür gab es in der vergangenen Woche viel Kritik. Die Airlines schlagen die Luftverkehrsteuer oft auf die Flugpreise auf - Flugtickets könnten also entsprechend teurer werden. Die Einnahmen für den Staat sollen die Mehrwertsteuersenkung auf Fernreisen der Bahn ausgleichen.

© pixabay; Privat, stux Lesen Sie auch: Luftverkehrsteuer – Dauer-Wortbruch der Bundesregierung Die Born-Ansage (121)

Von: dk mit dpa

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