Interairport Europe Thyssenkrupp demonstriert Remote-Control-Fluggastbrücke

Auf der Interairport Europe zeigte Thyssenkrupp sein neues Remote Control System für Passagierbrücken. Das klappt auch aus über 1.500 Kilometer Entfernung. In Zukunft wird die Steuerung zugänglicher und insbesondere effizienter.

Thyssenkrupps Fluggastbrücke in Gijón wird von München aus gesteuert. © airliners.de / Andreas Sebayang
Neben einem Touchscreen gibt es auch einen Joystick zur Steuerung der Fluggastbrücke. © airliners.de / Andreas Sebayang

Thyssenkrupp hat eine Fernsteuerung für Fluggastbrücken entwickelt und die Funktionsweise live in München auf der Interairport demonstriert. Dabei wurde eine Testbrücke im spanischen Gijón von München aus gesteuert. Insgesamt sieben Kameras wurden, teils abwechselnd, auf einem großen Monitor dargestellt, die die Bedienung der Brücke überhaupt erst möglich machen. Über einen Steuerstuhl, inklusive Totmannschalter und Notaustaster, wurde die Brücke an ein Mockup eines Airbus A320 herangefahren und auch wieder gelöst. Einige Schritte davon wurden automatisch durchgeführt, wie etwa eine Vorposition oder die Rückkehr zur Parkposition der Fluggastbrücke.

Thyssenkrupp sieht in dem Remote Control System (RCS) verschiedene Vorteile für Flughafenbetreiber. Der größte dürfte die Effizienz sein. Die Brückenbedienung muss nicht mehr zur Brücke laufen. Stattdessen werden in einer Kontrollzentrale mehrere Brücken bedient. Mitunter können das auch andere Flughäfen sein, die etwa nur selten angeflogen werden. Das spart Personal ein. Thyssenkrupp geht aber auch von geringeren Wartezeiten aus, wenn das Personal die Brücke etwa noch nicht erreicht hat. Im Gegenzug wird die Aufgabe zugänglicher, so kann etwa auch ein mobilitätseingeschränkter Angestellter diese Brücken bedienen.

Neben einem Touchscreen gibt es auch einen Joystick zur Steuerung der Fluggastbrücke. Foto: © airliners.de, Andreas Sebayang

Des Weiteren sollen Fehler besser vermieden werden können. Hier will Thyssenkrupp aber noch weitere Automatiken einführen. Mit einem Automatic Docking Assistant soll später ein Algorithmus in der Lage sein, Fehler bei der Bedienung zu verhindern, indem die Videobilder ausgewertet werden. Dabei können auch Hindernisse entdeckt werden, die wiederum nicht nur den Betreiber der Fluggastbrücke warnen, sondern auch einen Piloten auf dem Weg in seine Parkposition.

Thyssenkrupp will sich aber zunächst auf die neue RCS-Lösung konzentrieren. Diese wird es sowohl als Retrofit-Lösung für bestehende Brücken geben als auch als Teil neu gebauter Fluggastbrücken.

Wann und wo die erste Brücke mit der neuen Technik installiert werden wird, wollte Thyssenkrupp auf Nachfrage nicht sagen. Nur soviel: Die erste RCS-Passagierbrücke soll in Europa den Betrieb aufnehmen.

Von: as

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