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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Es wäre sicher der absolute Klick-Hit auf YouTube geworden. Schade dass es keiner mitgeschnitten hat, als Airbus vor zwei Jahren in Hamburg die erste A380 an Air France auslieferte. Denn bei solchen feierlichen Flugzeug-Übergaben muss der Hersteller, dessen Geschäftsfeld ja sonst rein technischer Natur ist, plötzlich im Showgeschäft Flagge zeigen. Und im Showbusiness, das muss man realistisch feststellen, fremdelt der Weltkonzern etwas. Nun haben die Hamburger in Finkenwerder auch noch das Pech, dafür im Auslieferungszentrum einen grottigen Raum zu haben, der eigentlich mal Kantine werden sollte und auch so aussieht. Eben so gar nicht geeignet für die große Bühne, mit niedrigen Decken, der aber aus Sparzwängen heraus nun als Auditorium herhalten muss.

Bei der Air-France-A380-Übergabe also hatte Airbus irgendeine Wetterfee aus dem Regionalfernsehen als Moderatorin verpflichtet, Typ blonde Hungerharke im eleganten roten Schlauchkleid. Sie betrat die Bühne, wandte sich dem Publikum und den Ehrengästen zu und schaffte noch zu sagen „Herzlich Willkommen, meine...“ – PENG. Da war die Dame bereits ohnmächtig von der Bühne gekippt. Und zwar nicht irgendwohin, sondern direkt in den Schoß des in der ersten Reihe sitzenden Airbus-Chefs Tom Enders. Der fing sie beherzt auf und verhinderte so Schlimmeres. Und einen bühnenreifen Abgang hatte sie dann auch, als zwei kräftige Sanitäter der Werksfeuerwehr die zierliche Frau kurzerhand auf die Schultern nahmen und aus dem Raum schleppten. Einstudiert wäre das eine grandiose Show gewesen. So war es unfreiwilliger Slapstick.

Daran dachte ich vergangenen Freitag, als ich in Toulouse war zur Feier der ersten Auslieferung einer A380 an China Southern. Dort haben sie schon mal den Vorteil einer grandiosen Räumlichkeit mit ihrem futuristischen Auslieferungszentrum, das halbkreisförmig mit riesigen Fensterfronten das neue Flugzeug umschließt und inszeniert. Dazu herrschte Traumwetter, beste Voraussetzungen für ein gelungenes Event. Es begann mit einem live dargebotenen chinesischen Schattenspiel in einer Art Kaspertheater auf der Bühne für den nötigen Schuss Folklore. Dann betrat der Hauptmoderator die Bühne, ein kecker elfjähriger Engländer in Ringelpullover und mit Wuschelhaaren, assistiert von einem niedlichen chinesischen Mädchen gleichen Alters, beides Mitarbeiterkinder. Der Junge trug völlig unbeeindruckt seinen Text von kleinen Täfelchen vor, rief dann wiederholt „Mr. Endersen“ zum nächsten Auftritt, und der gehorchte lächelnd, trotz Namensverballhornung. „Der Kleine fällt wenigstens nicht von der Bühne“, raunte anerkennend der Herr vor mir, oberster Kommunikationschef von Airbus.

„Now it’s time for dancing“, verkündete der Wuschelkopf, und fünf ansehnliche Herren in engen schwarzen Outfits betraten die Bühne und räkelten sich zur Musik. Das Ganze war vor überwiegend chinesischem Publikum, vormittags um halb zwölf, ein wenig befremdlich. Gibt es da einen Bezug zur chinesischen Kultur, fragte ich nach vorn. „Ich mag keine tanzenden Männer“, knurrte darauf der Airbus-Kommunikationschef. Die Chinesen ringsum ließen es stoisch über sich ergehen.

Nach ein paar der üblichen Reden wurden die Tänzer erneut aktiv. „Jetzt ziehen die sich auch noch aus!“, entfuhr es fassungslos meinem Vordermann, als die jungen Akteure ihre spärliche Oberbekleidung fallen ließen. Gut, dass die um uns sitzenden Chinesen uns nicht verstanden. „Wer sucht denn sowas aus?“, fragte ich mitfühlend. „Meine Abteilung“, knurrte er. Aber natürlich nicht er selbst. Unterdessen nahm die Choreographie der Tänzer ihren Lauf – gut gebaute junge Männer räkelten sich mit nackten Oberkörpern, teilweise aneinander gepresst, vor dem staunenden Publikum. Sowas hat man sicher zur Feier einer Flugzeugübergabe selten gesehen.

Boeing gibt sich da stets weniger feinsinnig, sondern lässt zu wichtigen Anlässen ganze Hangars voller enthusiastischer Mitarbeiter von Cheerleadern und Hip-Hop-Tänzern aufpeitschen, eine Atmosphäre wie beim Baseball-Spiel. Wenn nicht der berüchtigte Seattle-Dauerregen alles aufweicht bei Außen-Events wie neulich anlässlich der 787-Übergabe an ANA. Trotzdem bin ich lieber in Toulouse. Da gibt es immer was zu Staunen bei den Versuchen von Airbus, ein innovatives Showprogramm zu inszenieren – und danach zur Entspannung deliziöse französische Köstlichkeiten und reichlich Champagner. Die Zeremonien werden sogar live im Netz übertragen, unbedingt einschalten das nächste Mal. Man weiß ja nie, was man sonst verpasst.  

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