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Testpflicht für alle Reiserückkehrer per Flugzeug gilt ab Montag

Die neue Testpflicht für alle Reiserückkehrer per Flugzeug gilt ab Montag. Gesundheitsminister Spahn unterzeichnet neue Einreiseverordnung. Reisende sollen die Kosten tragen.

Passagiere mit Mundschutz am Flughafen. © dpa / Emilio Morenatti/AP

Ab Montag sind Einreisen nach Deutschland per Flugzeug nur noch nach Vorlage eines negativen Corona-Tests möglich. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Freitag in Berlin, er habe die neue Einreiseverordnung "gerade gezeichnet". Sie trete nunmehr "Montagnacht" in Kraft - dies bedeutet eine weitere Verschiebung um einen Tag.

Spahn begründete die neue Terminierung damit, dass Reisenden und Fluggesellschaften "etwas mehr Zeit" zur Vorbereitung gegeben werden solle. Die Airlines hätten dargelegt, dass auch der zuvor geplante Starttermin in der Nacht zum Sonntag weitgehend hätte eingehalten werden können.

Allerdings gebe es einige Länder, in denen die "Testinfrastruktur selbst noch nicht so ausgebaut ist". Dort müssten die Fluggesellschaften die Testangebote noch organisieren.

Die Folge der neuen Verordnung beschrieb Spahn so: "Wer keinen negativen Test hat, wird nicht mitgenommen." Die Regelung hatte ursprünglich bereits an diesem Freitag in Kraft treten sollen; dann wurde der Start zunächst auf Sonntag verschoben. Die neue Regelung gilt nun aber nicht nur für Mallorca, sondern generell. Und nur für Flüge, nicht für Reisen mit anderen Verkehrsmitteln.

BDL begrüßt und warnt

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) begrüßte zwar, dass die Bundesregierung die Vorlaufzeit der neuen Regelung gegenüber früheren Entwürfen um mehrere Tage verlängert habe. Dennoch bleibe die Vorlaufzeit "extrem kurz", hieß es.

Gleichzeitig warnt der BDL davor, dass Passagiere im Ausland zurückbleiben könnten. Aus Branchenkreisen hieß es am Freitag, dies könnten beispielsweise Kuba, die Malediven und die Dominikanische Republik sein.

Denn nicht an allen weltweiten Destinationen stünden ausreichende Testkapazitäten und Testinfrastrukturen zur Verfügung. Deswegen müssten für diese Destinationen dringend Ausnahmemöglichkeiten geregelt werden. "Sonst bleiben Passagiere im Ausland zurück."

Der Verband habe der Bundesregierung vorgeschlagen, das Problem könne ohne Abstriche beim Infektionsschutz gelöst werden, indem sich in diesen Ausnahmefällen Reisende nach Ankunft in Deutschland sofort noch am Zielflughafen testen lassen. "Wir bitten die Politik, diesen konstruktiven Vorschlag aufzugreifen, um zu verhindern, dass Passagiere in Ländern mit unzureichender Testinfrastruktur stranden."

Reisende tragen Kosten

Die neue Vorschrift gilt unabhängig von der Corona-Lage in dem Land, aus dem jemand nach Deutschland fliegt. Der Test darf frühestens 48 Stunden vor der Einreise gemacht werden.

Flugreisende sollen die Kosten der Tests grundsätzlich selbst tragen. Eine Beförderung durch die Fluggesellschaft ist nur mit negativem Testnachweis gestattet. Andernfalls soll man sich nach den örtlichen Vorschriften auf eigene Verantwortung in Isolierung begeben müssen.

Wer positiv ist, muss im Reiseland nach den dort geltenden Vorschriften in Quarantäne. Die Kosten dafür muss er oder sie in der Regel selbst tragen.

Tui unterstützt Corona-Testpflicht

Tui unterstützt die Corona-Testpflicht. "Impfen und Testen sind die wirksamsten Wege zur Pandemie-Bekämpfung und damit auch zur Rückkehr zu mehr Freiheitsrechten", sagte Tui-Chef Fritz Joussen am Freitag. "Wir werden für die Rückkehrer die Tests wie vereinbart anbieten und am Urlaubsort möglich machen", sagte Joussen am Freitag.

Von: br, afp, dpa

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