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UAV über Hamburg. © Jan Brandes

Hamburgs Hafen soll die bundesweit erste Blaupause für reguläre Drohnen-Lufträume in Deutschland werden. Auf dem Weg dahin starten jetzt erste Testflüge im Gebiet des größten deutschen Seehafens.

"In mehreren Flugszenarien wird unter anderem das sichere und koordinierte Zusammenspiel von bemanntem und unbemanntem Flugverkehr in dem in Hamburg eingerichteten U-Space-Luftraum simuliert", berichtet die Droniq GmbH, eine Beteiligung der staatliche Deutschen Flugsicherung (DFS) und der Deutschen Telekom.

Das Konzept eines "U-Space" ist ein räumlich abgegrenzter Luftraum, in dem der Idee nach spezielle Regeln und Verfahren den Drohnenverkehr koordinieren. So sollen Drohnenflüge schnell, sicher und ohne langen Genehmigungsaufwand auch außerhalb der Sichtweite des Drohnenpiloten möglich sein.

Zu den Testflügen, die am Dienstag (14.9.) starten, zählt beispielsweise ein Notfallszenario, in dem der Drohnenpilot einem in das Testfeld einfliegenden Hubschrauber kurzfristig ausweichen muss. "Weitere Szenarien erproben mehrere parallele Drohnenflüge inklusive An- und Abmeldeverfahren, außerdem Routenplanung sowie die anschließende Flugdurchführung", berichtet Droniq.

Bei den Testflügen werden erstmals die ab 2023 geltenden obligatorischen Dienste für die Einrichtung eines geografischen Gebiets für Drohnen-Flüge (U-Space-Luftraum) in die Praxis übertragen. "Den Drohnenpiloten wird für ihren Flug ein vollständiges Luftlagebild übermittelt. So können Steuerer aktuell und rechtzeitig andere Luftverkehrsteilnehmer erkennen und entsprechend handeln."

Das "U-Space-Reallabor" erstreckt sich über 30 Quadratkilometer im Luftraum über dem Hamburger Hafen. © Droniq / FabianMeyer/pixelliebe/Olga Tsyvinska/Shutterstock.com, © Map Tiler © OpenStreetMap contributors

"Wir zeigen hier, wie modern und digital ein Luftraum für Drohnen gestaltet werden kann", ergänzt Arndt Schoenemann, Vorsitzender der DFS-Geschäftsführung. "Um die unbemannte Luftfahrt sicher in das Luftverkehrssystem zu integrieren, kombinieren wir unsere Erfahrung in der bemannten Luftfahrt mit innovativen technologischen Lösungen. Neben Drohnen werden wir in den nächsten Jahren bedeutsame Entwicklungen auch in anderen Feldern der immer autonomer werdenden Luftfahrt erleben. Wir sind stolz, hier ganz vorne mit dabei zu sein."

Für die Bundesregierung haben die im Juristendeutsch "unbemannte Luftfahrtsysteme" genannten Fluggeräte ein enormes Potenzial für verschiedene Anwendungen, die weit über das Ausliefern zum Beispiel von Paketen oder Medikamenten hinausgehen. Mit einem Aktionsplan will die Bundesregierung Drohnen schon in wenigen Jahren als alltäglichen Verkehrsträger etablieren - und zu einem deutschen Exportschlager machen.

Bis es so weit ist, sind offene Fragen zu klären. "Um das wirtschaftliche Potenzial von Drohnen vollumfänglich zu nutzen, müssen sie einfach und sicher in den bestehenden Flugverkehr integriert werden", sagt Droniq-Chef Jan-Eric Putze. "Die Testflüge markieren den nächsten Schritt, das zu erreichen. "Nach Ende der Testflugphase sind im Herbst Flugwochen mit praktischen Vorführungen geplant. Das Verkehrsministerium fördert das Hamburger "Reallabor" mit einer knappen halben Million Euro.

Die Partner im "U-Space-Reallabor"

Die Droniq übernimmt im Reallabor die Rolle des U-Space Service Providers (USSP), der den Drohnenverkehr im U-Space-Luftraum koordiniert. Hier geht es vor allem um die elektronische Sichtbarkeit der Drohnen und des übrigen Verkehrs in einer gemeinsamen Luftlagedarstellung, außerdem um die Vergabe von Fluggenehmigungen für Drohnen und die dynamische Anpassung des Luftraums. Droniq nutzt dafür das von der DFS entwickelte, deutschlandweit erste voll operative Verkehrsmanagementsystem für Drohnen (UTM). Auch die dafür benötigten Luftraum- und Flugverkehrsdaten der bemannten Luftfahrt erhält Droniq von der DFS. Die DFS nimmt im Projekt damit zum einen die Rolle des sogenannten Common Information Service Providers (CISP) ein und zum anderen über den Tower Hamburg die des Air Navigation Service Providers (ANSP) als zuständige Flugverkehrskontrollstelle.

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