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Terminal 5 am BER soll früher geschlossen werden

Die niedrigen Passagierzahlen machen der Berliner Flughafengesellschaft wirtschaftlich stark zu schaffen. Das Terminal 5 am BER soll nun doch bereits vor Beginn des Sommerflugplans geschlossen werden. Einen genauen Termin gibt es noch nicht.

Der Flughafen Schönefeld wird zum BER Terminal 5. © Aviation Services & Media / Lutz Schönfeld

Die niedrigen Passagierzahlen am neuen Hauptstadtflughafen BER zwingen die Verantwortlichen zu schärferen Maßnahmen. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup kündigte gegenüber dem "RBB" an, dass man die ursprünglich für März geplante Schließung des Terminal 5 vorziehen werde.

Ursprünglich wollte die FBB das Terminal 5 erst zum März schließen, weil dann der Wechsel zum Sommerflugplan anstehe, so ein Flughafensprecher bei der Verkündung im November zu airliners.de. Man müsse zunächst mit allen Beteiligten sprechen und die Voraussetzungen im Terminal 1 schaffen. Größte Airline im Terminal 5 ist Ryanair. Neben dem irischen Billigflieger werden vorrangig Ferienflieger wie Tuifly, Condor, Corendon und Sundair abgefertigt.

Einen neuen Termin für den Corona-Dornröschenschlaf des alten Schönefelder Flughafens nannte Lütke Daldrup nicht, sondern nur dass die Schließung "etwas früher" stattfinden werde.

FBB verliert eine Million Euro pro Monat

Hintergrund für die vorgezogene Schließung ist, dass die Flughafengesellschaft dringend ihre Ausgaben weiter reduzieren muss. Laut Lütke Daldrup verliert das Unternehmen derzeit täglich rund eine Million Euro. Das Einsparpotenzial durch Schließung des ehemaligen Flughafen Schönefeld und heutigen Terminal 5 beziffert der Flughafenchef auf 25 Millionen Euro jährlich.

Um weitere Kosten einzusparen ist der überwiegende Teil der Mitarbeiter in Kurzarbeit und es wurde ein Sparprogramm für den Personalabbau aufgelegt. Infrastrukturell wird der Flugverkehr seit rund vier Wochen nur noch über die Nordbahn abgewickelt. Die Südbahn ist derzeit nicht am Netz. Zudem wurde der bereits geplante Ausbau des Flughafens verschoben. Gegenüber dem RBB brachte Lütke Daldup auch Eintrittspreise für die Besucherterrasse ins Spiel. Dass Mieten für Flächen am BER steigen, schloss der Chef aus.

Kostendeckend könne der Flughafen erst ab einem Passagieraufkommen von rund 20 Millionen pro Jahr betrieben werden, fügte Lütke Daldrup hinzu. Im vergangenen Jahr wurden an beiden Berliner Standorten lediglich 9,1 Millionen Fluggäste gezählt, etwa ein Viertel des Niveaus von 2019. Bei der Flughafengesellschaft rechnet man damit, das Vorkrisenniveau erst 2024 oder 2025 wieder zu erreichen.

Von: br

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