Vorfeld & Terminal Temperaturkontrollen, vorgezogene Sanierungen, BER-Probebetrieb

Das monatliche airliners.de-Flughafenmanagement-Briefing. Dieses mal unter anderem mit einer obligatorischen Fiebermessung beim Security-Check, angesichts des Nichtbetriebs vorgezogenen Runway-Sanierungen und Regeln für einen Corona-Neustart.

Passagiere werden bei ihrer Ankunft am Flughafen von Aceh Besar einem Temperatur-Scan unterzogen © dpa

Jour fixe auf airliners.de: Immer freitags präsentieren wir im wöchentlichen Wechsel ein Monats-Briefing zu den Themen Bodenverkehrsdienstleister und Flughafenmanagement, Flugsicherung, Luftfracht sowie die Verkehrszahlen des Monates. Diese Woche: Alles zu Vorfeld und Terminal. Alle aktuellen Themen-Briefings finden Sie immer auf unserer Übersichtsseite.

An deutschen Airports fliegt fast nichts mehr. Dennoch bleiben die Flughäfen und Flugplätze in Betrieb. Sie gehören zur öffentlichen Daseinsvorsorge, sagen die Verbände ADV und IDRF. Liquiditätshilfen und Kostenübernahmen seien daher dringend erforderlich. Weiterlesen

Die deutsche Luftverkehrsbranche erarbeitet Regelungsvorschläge für die Zeit nach der Corona-Pandemie. Vorgesehen sind unter anderem eine Maskenpflicht und mehr Platz an Flughäfen. Ein viel diskutiertes Thema der letzten Tage fehlt. Weiterlesen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) plädiert in der Corona-Krise für Temperaturmessungen bei Passagieren an den Sicherheitskontrollen der Flughäfen. Die Messungen könnten ein Kriterium sein, um auszuschließen, wer an Bord darf und wer nicht, sagte Scheuer "Zeit Online". Es werde allerdings nicht das alleinige Mittel sein.

Die Fachmesse "Inter Airport Europe" für Flughafenausrüstung, -technologie und -design wird um einen Monat auf den November 2021 verschoben, teilten die Veranstalter mit. Grund für die Verschiebung seien die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Messekalender.

© LSG, Lesen Sie auch: EU genehmigt Verkauf von Lufthansa-Tochter LSG

Swissport hat im Geschäftsjahr 2019 seinen Umsatz um rund fünf Prozent auf 3,13 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr gesteigert, teilte der Bodenverkehrsdienstleister mit. Der Betriebsgewinn (EBITDA) lag mit 273 Millionen Euro etwa auf Vorjahresniveau aus.

Dienstleister im Krisenmodus

Den Security-Dienstleister brechen mit dem weitgehenden Ausfall der Luftsicherheitskontrollen wichtige Umsätze weg. Dass die umfassend überprüften Kontrolleure in der Corona-Krise nicht anderweitig eingesetzt werden können, sorgt für Ärger. Weiterlesen

Der Bodenverkehrsdienstleister AHS führt im Zuge der Corona-Pandemie an allen Standorten Kurzarbeit ein. Man habe sich mit den Betriebsräten an den Standorten in Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart geeinigt, teilte AHS mit. Ziel sei, die Arbeitsplätze in der Gruppe zu erhalten.

Um das Kurzarbeitergeld für die Angestellten in Hamburg nicht aufstocken zu müssen, tritt AHS sogar aus einem Arbeitgeberverband in der Stadt aus. Die nahezu kompletten Einnahmeausfälle ließen keine andere Wahl. Weiterlesen

© Adobe Stock, Datei-Nr.: 174411706 Lesen Sie auch: Corona-Einschränkungen treffen Flughafen-Dienstleister ins Mark Hintergrund

Der Flughafen Stuttgart stockt das Kurzarbeitergeld der Groundhandling-Tochter "S.Ground" dagegen auf. Laut einer Verdi-Meldung erhalten die rund 350 Beschäftigten für die Monate April bis Juni mindestens ein auf 80 Prozent aufgestocktes Kurzarbeitergeld.

Die Große Koalition hat sich auf eine weitere Erhöhung des Corona-Kurzarbeitergeldes geeinigt. Ab dem vierten Monat soll sich die staatliche Leistung von derzeit 60 Prozent - bei Eltern 67 Prozent - des Lohnausfalls auf 70 erhöhen. Ab dem siebten Monat werden 80 von der Arbeitsagentur übernommen. Für Eltern lauten die erhöhten Sätze 77 sowie 87 Prozent.

Infrastruktur

Der Flughafen München nutzt die Corona-Flaute, um eine Runway zu warten. Erstmals seit der Eröffnung des Flughafens 1992 könne man diese Arbeiten nun tagsüber durchführen, teilte die Flughafen München GmbH mit.

Der Flughafen München hat zudem seit dem 29. April die Passagierabfertigung im Terminal 1 vollständig eingestellt. Sämtliche Abflüge und Ankünfte werden über das Terminal 2 abgewickelt. Grund ist das coronabedingt niedrige Flugangebot.

Am Flughafen Frankfurt soll die südliche Start- und Landebahn (07R/25L) im Laufe des morgigen 30. April wieder in Betrieb gehen, teilte der Flughafenbetreiber Fraport mit. Die Runway war für rund drei Wochen gesperrt, um notwendige Instandsetzungsarbeiten durchzuführen.

Krisengewinner BER?

Die Baubehörden haben das Hauptterminal des BER zur Nutzung freigegeben. Damit stehen einer Eröffnung am 31. Oktober nur noch die Orat-Tests im Weg. Die Corona-Krise erleichtert laut Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup die Inbetriebnahme. Weiterlesen

Am künftigen Hauptstadtflughafen hat zudem der Probebetrieb begonnen. Rund 250 Mitarbeiter des Flughafens, der Bundespolizei, der Bodenverkehrsdienstleiter sowie der Verkehrsbetriebe Berlin-Brandenburg haben die Abläufe am Flughafen getestet. Weiterlesen

Der Berliner Flughafen Tegel bleibt trotz Corona-Verkehrsrückgängen erstmal am Netz. Allerdings wird eine vorzeitige Schließung vorbereitet, indem eine Befreiung von der Betriebspflicht beantragt wird. Weiterlesen

Der Flughafen Bremen hat mitgeteilt, vom 5. bis zum 22. Mai die Rollbahn A zu sanieren. Flugzeuge müssen für die Zeit auf andere Rollwege ausweichen. Der Flugbetrieb wird dadurch aber nicht behindert.

Der Flughafen Stuttgart will aufgrund der erwarteten langfristigen Auswirkungen der Corona-Krise auf das eigene Verkehrsaufkommen "alle anstehenden Infrastrukturprojekte" auf den Prüfstand stellen. So sollen die eigene Liquidität und die bedarfsgerechte Entwicklung des größten Flughafens in Baden-Württemberg gesichert werden.

In der Corona-Krise nutzte der Flughafen Stuttgart die Gunst der Stunde und zieht die Sanierung der Landebahn vor. Jetzt ist der erste Teil fertig, doch es fehlen die Flüge. Weiterlesen Foto: © Flughafen Stuttgart GmbH

Von: airliners.de

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Hintergrund Kaum Betrieb an den Flughäfen führt zu existenziellen Notlagen bei Bodenverkehrsdienstleistern. Starre Verträge sorgen für Probleme bei Luftsicherheitsunternehmen: Die Corona-Krise bringt die Geschäftsmodelle der Flughafen-Dienstleister unter Druck. Die Zukunftssorgen bei Unternehmen und Mitarbeitern sind groß.

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