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Eine Flugbegleiterin der Lufthansa serviert in der Business Class Getränke. © dpa / Boris Roessler

Lufthansa will in Frankfurt und München neue Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter einstellen. Für diese Tätigkeit im weltweiten Streckennetz sucht das Unternehmen nach aktueller Planung für das kommende Jahr insgesamt mehr als 500 neue Mitarbeiter.

Wie die Fluggesellschaft am Mittwoch in Frankfurt mitteilte, handelt es sich dabei um ein neues Modell, bei dem Mitarbeiter ganzjährig beschäftigt werden, jedoch nur in den Sommermonaten aktiv tätig sind, um den dann erhöhten Personalbedarf auszugleichen.

Der Vertrag hat eine Laufzeit von zwei Jahren mit einmaliger Verlängerungsmöglichkeit auf vier Jahre. Der Mehrbedarf ergibt sich vor allem durch größere Flugzeuge wie weiterer Boeing 747-8 in Frankfurt oder dem Ersatz des Airbus A340-300 durch A340-600 in München.

Nicoley Baublies, Chef der Kabinengewerkschaft UFO, zeigte sich erfreut, dass Lufthansa offenbar wieder Bedarf an Flugbegleitern hat, nachdem in den letzten Jahren Überhänge abgebaut wurden. „Natürlich hoffe ich, dass langfristig auch neue Vollzeitstellen entstehen“, sagte er gegenüber airliners.de. Lufthansa habe auch schon früher Teilzeitmodelle wie „Flugbegleiter auf Zeit (FAZ)“ gehabt. Doch nun musste ein neues Modell her, da Lufthansa zunehmend Probleme hat, die neuen Bachelor- und Masterstudenten für Teilzeitprogramme zu gewinnen.

Mit dem neuen Jahresarbeitszeit-Modell (JAZ) will sich Lufthansa sowohl an Studenten als auch junge Berufseinsteiger wenden. Sie absolvieren die gleiche etwa zwölfwöchige Grundschulung wie alle anderen Lufthansa-Flugbegleiter. Im Anschluss daran kommen die JAZ-Flugbegleiter auf Basis eines 50-Prozent-Teilzeitmodells auf der Kurz- und Langstrecke zum Einsatz. Als Besonderheit leisten sie den Arbeitszeit- und Freizeitblock jedoch kompakt von jeweils sechs Monaten am Stück ab. Gehalt und Sozialversicherung zahlt Lufthansa dabei durchgängig über zwölf Monate.

Im vergangenen Jahr hatte sich Lufthansa nach monatelangen Auseinandersetzungen mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO auf ein neues Tarifpaket geeinigt. Die Flugbegleiter hatten in drei Streikwellen im Sommer mehr als 1.500 Lufthansa-Flüge ausfallen lassen. In einer Schlichtung wurde ein Kompromiss erreicht, der vor allem den jungen Stewards und Stewardessen mit höheren Einstiegsgehältern weiterhilft. Das Unternehmen erreichte langfristig flachere Gehaltskurven, flexiblere Einsatzmöglichkeiten für ihr Personal und zudem die Zustimmung, einen Großteil des Europaverkehrs auf die günstigere Tochter Germanwings verlagern zu können.

Aktuell knirscht es aber wieder zwischen Lufthansa und UFO: Der Kranich kündigte an, Tarifverträge zur Alters- und Übergangsversorgung kündigen zu wollen. UFO reagierte verärgert und spricht von einer tariflichen Eiszeit.