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Event-Arena für Großveranstaltungen am Flughafen München geplant

Am Flughafen München wird eine Event-Arena mit "Landmark-Charakter" für 20.000 Gäste geplant. Anrainergemeinden sehen das Projekt als Chance, Luftfahrtgegner vermuten hinter dem Bau Lufthansa-Interessen.

Tower und Vorfeld am Flughafen München © Flughafen München GmbH

In der Nähe des Münchener Flughafens wird eine Event-Arena für Großveranstaltungen geplant. Das "MUC Convention-Center" soll für bis zu 20.000 Besucher ausgelegt und vielseitig nutzbar sein: So könnten dort nicht nur Konzerte, Shows oder TV-Produktionen stattfinden, sondern auch Kongresse, Konferenzen und Firmenveranstaltungen. Insgesamt soll das Convention-Center für bis zu 20.000 Besucher ausgelegt sein.

Jetzt wurden die Grundzüge des Projekts vor dem zuständigen Freisinger Planungsausschusses vorgestellt. Wo genau die Arena sich befinden und wie sie aussehen soll, steht noch nicht fest. Allerdings soll sie auf dem Gelände des Flughafen München erbaut werden und einen "Landmark-Charakter" haben, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Bauherr sei die SW Munich Real Estate, die das Veranstaltungszentrum selbst langfristig betreiben wolle.

Die SW Munich Real Estate GmbH ist ein Joint Venture des Freisinger Unternehmens Logo Partners GmbH und der KGAL GmbH & Co KG aus Grünwald. Das Unternehmen habe 2019 bereits eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, wie Geschäftsführer Lorenz Schmid erklärte. Die Ergebnisse zeigten, dass Bau und Betrieb eines Convention Centers am Flughafenstandort möglich seien.

Kommunalpolitiker befürworten das Vorhaben, da es in der Flughafen-Umgebung an Raum für Kongresse und Veranstaltungen mangele. Die Event-Arena wäre eine Chance für Freising, wie Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher (Freisinger-Mitte, FSM) findet. Zudem könnte das Vorhaben den vierspurigen Ausbau des Flughafenzubringers B301 vorantreiben.

Auch die CSU-Freising verspricht "vollen Einsatz für das Projekt". Das Veranstaltungszentrum werde die Stadt keinen Cent kosten und dennoch Gewerbeeinnahmen generieren, freut sich die Fraktion auf Facebook.

Der SPD-Stadtverband Freising zeigt sich ebenfalls begeistert. Die Arena sei in vielerlei Hinsicht eine Chance für Freising als touristisches Reiseziel, postet die Partei auf Facebook.

Grüne kritisieren "Event-Flieger"

Susanne Günther, Sprecherin der Grünen-Stadtratsfraktion, hält das Projekt dagegen für keine gute Idee. Sie befürchtet ein Verkehrschaos und Überbelastung der Infrastruktur. Ihrer Meinung nach fördere das Convention Center "Kultur-Fastfood an einem Un-Ort". Kultur gehöre in die Städte, doch eine zweite Stadt wolle sie nicht am Flughafen.

Wie die "Augsburger Allgemeine" schreibt, vermutet Günther, man wolle die Lufthansa begünstigen. Zu den Großveranstaltungen kämen Menschen aus aller Welt, diese würden mit dem Flugzeug anreisen und Lufthansa könnte dann "Event-Flieger" einführen. Auch dem Flughafenbetreiber gehe es nicht um den kulturellen Hintergrund des Centers, sondern nur darum, mehr Flüge generieren zu können.

Kritik an der Kritik zum geplanten Multifunktionalen Convention Center kommt nun von den Freien Wählern und der FDP in Freising. "Wenn im Landkreis Freising mal wieder etwas Neues entstehen könnte, sind einige gleich dagegen", sagte der FDP-Kreisvorsitzende Timo Ecker der Moosburger Zeitung. Das sei "verdammt schade", denn wirklich konkrete Pläne lägen noch nicht einmal vor.

Die Stadtratsfraktion der Freien Wähler bezeichnete die Projektidee derweil als "sehr überzeugend". Es bedürfe aber noch eines ausgereiften Verkehrskonzepts. Ein negativer Einflus auf den Kulturbetrieb in der Stadt sei nicht zu erwarten.

Westliche Flughafenzufahrt: In vier Quartieren soll auf einer Fläche von 500.000 Quadratmeter im "LabCampus" Raum für Innovationen geschaffen werden. In diesem Bereich könnte auch die Event-Arena stehen. Die Anbindung zum Terminal könnte per Magnetbahn erfolgen. Foto: © FMM

Am Flughafen München gibt es auch nach dem vorläufigen Baustopp für die dritte Bahn aktuell eine Vielzahl an Baustellen und Ausbaupläne - eine Vielzahl davon im Non-Aviation-Bereich. So entsteht mit dem "LabCampus" ein branchenübergreifender Innovationsstandort. Im erweiterten Bereich der nordwestlichen Flughafenzufahrt könnte nun auch die Event-Arena entstehen. Das Flughafengelände liegt hier in weiten Zügen auf Freisinger Gebiet.

Eine mögliche Anbindung des neuen "LabCampus"-Areals per Magnetbahn an die Flughafenterminals wird derweil im Rahmen eines Forschungsprojekts erprobt. Andere Projekte, wie das Parkzentrum West, die neue Konzernzentrale und auch ein neues Budget Hotel wurden im Zuge der Corona-Pandemie aber zurückgestellt.

© doa, Angelika Warmuth Lesen Sie auch: Flughäfen stellen Ausbaupläne auf den Prüfstand Hintergrund

Die Flughafengesellschaft prüft nun, ob sie dem Projekt ein Grundstück zur Verfügung stellen kann. Auf Nachfrage betont die FMG jedoch, dass die Initiative nicht vom Flughafen ausgegangen sei. Mehr gebe es dazu in der frühen Phase der Planungen noch nicht zu sagen.

Von: lr, dh

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