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Sundair wird Schutzschirmverfahren noch im April verlassen

Die Gläubiger von Sundair stimmen dem Sanierungsplan des Ferienfliegers zu. Damit kann die Airline von Marcos Rossello das Schutzschirmverfahren voraussichtlich noch im April verlassen - nach nur einem halben Jahr.

Eine A320 der Sundair. © Sundair

Der Stralsunder Ferienflieger Sundair hat eine wichtige Hürde genommen, um das Schutzschirmverfahren noch im April wieder verlassen zu können. Wie aus einer Mitteilung der Airline hervorgeht, haben die Gläubiger dem Sanierungsplan am 7. April auf einer Versammlung zugestimmt. Auch das Amtsgericht Stralsund hat den Sanierungsplan bereits bestätigt.

Die Airline hatte Ende Oktober 2020 das sogenanntes Schutzschirm-Verfahren begonnen, um bei laufendem Flugbetrieb die Folgen der Corona-Krise zu überwinden. Die Geschäftsführung, um den mittlerweile alleinigen Eigentümer Marcos Rossello, nutzte das Verfahren, um die Airline finanziell schlanker aufzustellen. Teure Leasingverträge Maschinen konnten gekündigt werden und preiswertere abgeschlossen werden. Die rund 240 Mitarbeiter bekommen für die Zeit des Verfahrens ihre Löhne und Gehälter über die Bundesagentur für Arbeit.

Die Flotte bestand im Oktober aus A319 und fünf A320. Laut Ch-Aviation besteht die aktuelle Flotte aus drei Airbus A319 und drei weiteren Airbus A320. Die Basen befinden sich in Kassel, Berlin, Dresden und Bremen.

"Sundair geht aus dem Verfahren als saniertes und profitables Unternehmen hervor", betonte so Airline-Chef Rossello. Und auch der eingesetzte Sachwalter Lucas Flöther spricht von einem "eindrucksvoller Vertrauensbeweis für den Sanierungsplan und die Geschäftsführung". Damit erhalte Sundair einen kräftigen Rückenwind für den bevorstehenden Neustart mit Beginn der Feriensaison, so Flöther weiter.

Schutzschirmverfahren ist eine Besonderheit im deutschen Insolvenzrecht

Beim Schutzschirmverfahren handelt es sich um eine Besonderheit des deutschen Insolvenzrechts ähnlich dem US-amerikanischen Chapter 11, das schon vielen Fluggesellschaften in den USA über Liquiditätsengpässe hinweggeholfen hat. Das Verfahren ist Teil des seit 2012 geltenden Gesetzes zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) in der deutschen Insolvenzordnung.

Vereinfacht gesagt bietet es Unternehmen die Möglichkeit, im Zuge einer drohenden Insolvenz beziehungsweise von Liquiditätsengpässen eine mehrmonatige Frist zur Vorlage eines Sanierungs- /Restrukturierungsplanes in Anspruch zu nehmen. Es befindet sich in dieser Zeit in Eigenverwaltung.

Von: br

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