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Sun-Air stellt Verbindung von Friedrichshafen nach Hamburg ein

Reisen von Friedrichshafen nach Hamburg werden künftig deutlich länger dauern, denn die einzige direkte Flugverbindung wird eingestellt. Die Nachfrage aus dem Geschäftsreisesegment blieb deutlich hinter der Erwartungen zurück.

Dornier 328 von Sun-Air in Bemalung des Leasing-Kunden British-Airways © Flughafen Friedrichshafen

Nach knapp zehnprozentigem Minus in der Passagierbilanz 2019 kommt die nächste schlechte Nachricht für den Bodensee-Airport von Sun-Air: Die Regionalfluggesellschaft wird ab 11. Februar keine Flüge mehr zwischen Friedrichshafen und Hamburg durchführen. Das teilte der Airport mit. Grund dafür sei die hinter den Erwartungen zurückbleibende Nachfrage. Sun-Air war einziger Anbieter der Direktverbindung zwischen Friedrichshafen und Hamburg.

Die weitere Bedienung der Strecke durch Sun-Air wäre an eine Risikoübernahme durch den Flughafen geknüpft gewesen, die so nicht habe zugesagt werden können. Nach Angaben von Airport-Chef Claus-Dieter Wehr hätte dies die Möglichkeiten des Flughafens deutlich überstiegen.

Vor allem der Geschäftsreiseverkehr hat sich laut Airport Friedrichshafen auf der bis zu zweimal täglich bedienten Strecke nicht wie geplant entwickelt. Die von der Industrie vorher angekündigten und somit erwarteten Passagierzahlen hätten nicht erreicht werden können, heißt es. Die derzeitige Konjunktureintrübung sei einer der Gründe für die geringe Nachfrage.

Daneben sei auch den Einsatz des kleinen Regional-Jets Dornier 328 wegen der hohen Betriebskosten ein Problem gewesen. Die aufgetretene Nachfragelücke im Geschäftsreiseverkehr habe daher wegen der hohen Preise nicht durch mehr Privatreisende kompensiert werden können.

Bereits mit Sun-Air gebuchte Passagiere können laut Mitteilung den gezahlten Ticketpreis zurückerhalten oder kostenfrei auf andere Flugverbindungen umgebucht werden.

Einstellung trotz nachgewiesener Nachfrage

Die Strecke ist aber nach Ansicht des Flughafen-Chefs trotz der Einstellung wichtig: "Da diese Verbindung eine nachgewiesene Nachfrage hat, werden wir andere Möglichkeiten zur Anbindung kontinuierlich und intensiv prüfen", so Wehr. Dies gelte insbesondere für Möglichkeiten mit dem Einsatz von größerem Fluggerät.

Der Zug ist seiner Meinung nach hingegen keine Option: "Aufgrund von Reisezeiten von mehr als acht Stunden mit der Bahn gibt es aus unserer Sicht keine Alternative zu effizienten Flugverbindungen aus der Bodensee-Region." Hamburg sei auch künftig mit Umsteigeverbindungen der Lufthansa viermal pro Tag über Frankfurt in unter vier Stunden erreichbar.

Friedrichshafen-Bremen-Flüge werden geprüft

Sun-Air bedient von Friedrichshafen aus noch zwei weitere Routen. Düsseldorf wird mit zehn wöchentlichen Rotationen und Toulouse mit bis zu vier wöchentlichen Verbindungen angebunden. Diese werden laut Airport wirtschaftlich erfolgreich betrieben und fortgesetzt. Zusätzlich prüfe Sun-Air zusammen mit dem Flughafen derzeit die Aufnahme einer regelmäßigen Verbindung von Friedrichshafen nach Bremen.

Germania-Pleite brachte Einbruch der Passagierzahlen

Der Bodensee-Airport in Friedrichshafen erlebte 2019 einen Rückgang der Passagierzahlen um 9,4 Prozent auf 489.921 Passagiere. Hauptursache für den Rückgang war laut dem Flughafen die Insolvenz der Germania, die bis zu ihrem Ausscheiden ein Drittel des Passagiervolumens beförderte. Ein Lichtblick für den Flughafen ist hingegen, dass im vergangenen Jahr sechs neue Airlines als Kunden gewonnen werden konnten.

Von: hr

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