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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

„Wie wird man in der Luftfahrt Millionär?“, so wird der uralte Ausspruch von Richard Branson immer wieder gern zitiert. Die Antwort lautet: „Indem man als Milliardär anfängt.“ So wie eben genau Sir Richard. Der ist zwar durch sein Schallplatten-Label reich geworden und seine Airlines wie Virgin Atlantic sind finanziell eher Klötze am Bein. Aber Sir Richard liebt die Fliegerei.

Das hat er erst am vergangenen Wochenende wieder unter Beweis gestellt. Da hat er endlich die 2010 gegen Tony Fernandes verlorene Wette eingelöst und ist als „Flugbegleiterin“ bei Air Asia X von Perth nach Kuala Lumpur geflogen - mit rasierten Beinen, in knallroter Uniform und ebensolchen Lippen unterhalb der blondierten Haare. Branson sah aus wie eine Mischung aus Drag Queen und Vogelscheuche, aber das genau war wohl der Zweck der Übung, neben der Unterstützung eines wohltätigen Vereins und viel freier PR.

Und Tony Fernandes, der Wettgewinner und Air-Asia-Chef, gerierte sich wie in einer schrägen Komödie zweier superreicher Kindsköpfe – und genau das sind die beiden auch, ein bisschen wie gemeinsame Auftritte von Thomas Gottschalk und Günther Jauch in der deutschen Fernsehunterhaltung. Selbst als Branson absichtlich ein Tablett mit Bechern voller Saft über Fernandes ausgeschüttet hatte und der darob fluchend in Unterhose herumlaufen musste, blieb die Stimmung grandios.

Ich war leider nicht dabei, kenne aber Branson und Fernandes persönlich und finde beide faszinierend. Tony Fernandes ist bis heute in Malaysia ein wahrer Volksheld, weil er das Firmenmotto „Now everybody can fly“ glaubwürdig verkörpert. Und Richard Branson beeindruckt, weil er immer zu neuen Ufern unterwegs ist.

Seine erste private Weltraum-Airline Virgin Galactic macht Fortschritte, mein Traum wäre, da auch mal ins All mitzufliegen. Immerhin habe ich zusammen mit Sir Richard bereits die ganze Mission absolviert, unter realen Bedingungen in einer Zentrifuge in Philadelphia. Und jetzt hat Tony Fernandes gelobt, einer der ersten zu sein, die mitfliegen wollen, um danach „Air Asia Galactic“ zu gründen, für zehn Prozent des Ticketpreises, der heute noch bei 200.000 US-Dollar liegt.

Wie dem auch sei – Fernandes ist einer der wenigen Menschen, die mit der Luftfahrt reich geworden sind, 396 Millionen britische Pfund schwer, um genau zu sein. Das hat gerade die Londoner Sunday Times in ihrer jährlichen „Rich List“ veröffentlicht, aus der wiederum eine eigene Luftfahrt-Reichenliste von in England Ansässigen abgeleitet wurde. Branson steht nur in der normalen Liste, weil er sein Vermögen von 2,6 Milliarden Pfund eben nicht mit Fliegerei verdient hat.

Eine knappe Milliarde weniger besitzt Sir Stelios Haji-Ioannou mit Familie – und der easyJet-Gründer hält immer noch 37 Prozent der Anteile, die allein anderthalb Milliarden Pfund wert sein sollen. Auf Platz drei rangiert steht ein kleiner runder Inder mit Zweitwohnsitz London, den ich gut kenne – Naresh Goyal. Auf Luftfahrtkonferenzen erkennt man ihn sofort, wenn er zu lachen beginnt – das klingt etwa wie ein kollernder Lachsack, sehr schräg. Er hat 1991 in Indien Jet Airways aufgebaut, bis heute eine der wenigen ernstzunehmenden Firmen am Himmel über dem Subkontinent. Naresh verkörpert die Legende – vom Hinterzimmer-Reisebürobesitzer in Indien zum Airline-Magnaten, der heute 515 Millionen Pfund schwer ist.

Aber manchmal verhalten sich eben auch Multimillionäre wie Schuljungen. Ich war dabei, als sich Naresh mit roten Wangen schüchtern um ein Autogramm bei Celine Dion anstellte, nach einem Privatkonzert in Vancouver. Nicht viel weniger besitzt die irische Familie Ryan, die das Flugzeugleasing reich gemacht hat und die ursprünglichen Besitzer von Ryanair waren.

Nicht weit hinter ihnen kommt dann auch gleich der, der die Billigairline groß gemacht hat – „das Maul Irlands“, wie neulich die Irish Times schrieb – Michael O’Leary. Der ist immerhin 355 Millionen Pfund schwer, verbietet sich aber alles Reichen-Getue, was ich schon mal bei einer Tour mit ihm im Privatjet erleben durfte, wo er im Gegensatz zu sonst partout nicht fotografiert werden wollte und den bereitstehenden Schampus nicht anrührte.

Platz 8 der offiziellen Aviation Rich List belegt ein Mann, den die Lufthansa reich gemacht hat. Lord Glendonbrook, früher Sir Michael Bishop, ist 200 Millionen Pfund schwer, nachdem die Kranich-Linie ihm 2009 genau 223 Millionen Pfund für seinen Anteil an bmi British Midland bezahlte – die es inzwischen nicht mehr gibt.

Da sage noch jemand, mit Luftfahrt ließe sich kein Geld verdienen. Wobei, ganz ehrlich, sogar das Jahresgehalt von Lufthansa-Chef Christoph Franz mit 2,2 Millionen Euro im Vergleich der anderen deutschen Konzernlenker recht mickrig ausfällt. Vielleicht sollte er sich mal mit Richard Branson oder Tony Fernandes unterhalten - er muss sich ja nicht gleich als Stewardess verkleiden.

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