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Studie schließt Ende von großen europäischen Airlines nicht aus

Gut für die Passagiere, doch problematisch für die großen Fluglinien: Der liberalisierte europäische Luftmarkt könnte sogar große Airlines in Schwierigkeiten bringen, warnt eine Studie.

Gewitterwolken türmen sich über einem landenden Flugzeug auf. © dpa / Federico Gambarini

Die bisherige Liberalisierungs-Praxis in der europäischen Luftfahrt stellt jetzt eine Studie der französischen Regierung in Frage. Zudem sollten die Airlines nicht durch noch mehr Abgaben an den Staat belastet werden, hieß es in einem Medienbericht unter Verweis auf die Studie. Ansonsten könnten auch große Fluggesellschaften in existenzielle Nöte kommen.

Die Vorteile der Liberalisierung seien in den vergangenen Jahren vor allem den Passagiern zugute gekommen. Sie profitierten von niedrigen Ticketpreisen sowie einem verbesserten Streckennetz. Für mittelgroße Anbieter wie beispielsweise Malev oder Spanair kam schon das Aus. Und selbst große Fluglinien bekommen den Druck zu spüren.

Auf der Kurz- und Mittelstrecke leiden Air France-KLM, IAG (British Airways, Iberia, Vueling) und Lufthansa unter den Lowcost-Anbietern mit ihren niedrigen Kosten und Angeboten. Auf der Langstrecke setzen ihnen die Golfairlines und die aufstrebenden Fluglinien aus Asien zu, heißt es weiter. Und eine Gegenstrategie sei noch nicht gefunden worden.

Doch laut der Studie sind nicht nur die Airlines für eine Änderung der Lage verantwortlich. Auch die Politik könne mehr Verständis für ihre Situation aufbringen. Zwar müsse sie sich heutzutage nicht mehr nach den Bedürfnissen der nationalen Airlines richten. Doch die Autoren der Studie fragen, ob die Liberalisierung des Marktes nicht das andere Extrem darstelle.

Wie es künftig weiter gehen könnte, dafür sind laut der Studie folgende Möglichkeiten denkbar: Die drei großen europäischen Airline-Gruppen schaffen es bestenfalls, ihre Marktanteile zu halten - schlimmstenfalls müssen sie aufgeben. Denkbar sei auch eine Annäherung der Konzerne, um gemeinsam gegen die Konkurrenz bestehen zu können. Oder aber die Kurz- und Mittelstrecken gehen an die Lowcostanbieter verloren. Dann bliebe den drei Großen nur noch die Langstrecke.

Von: airliners.de

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