airliners.de Logo

Studie: Reiche schädigen Klima sehr viel stärker als Arme

Das reichste ein Prozent der Weltbevölkerung bläst einem Bericht zufolge mehr als doppelt so viele klimaschädliche Kohlendioxid-Emissionen in die Atmosphäre wie die ärmere Hälfte der Menschheit zusammen.

Passagiere boarden Privatjet © Air France

Das geht aus einem Bericht hervor, den die Entwicklungsorganisation Oxfam vor der Dienstag beginnende Generaldebatte der 75. UN-Vollversammlung in New York veröffentlichte. Oxfam forderte, den CO2-Verbrauch der Wohlhabenden einzuschränken, mehr in öffentliche Infrastruktur zu investieren und die Wirtschaft klimagerecht umzubauen.

Der Bericht konzentriert sich auf die klimapolitisch wichtigen Jahre von 1990 bis 2015, in denen sich die Emissionen weltweit verdoppelt haben. Die reichsten zehn Prozent (630 Millionen) seien in der Zeit für über die Hälfte (52 Prozent) des CO2-Ausstoßes verantwortlich gewesen, berichtete Oxfam. Das reichste ein Prozent (63 Millionen) allein habe 15 Prozent verbraucht, während die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung nur für sieben Prozent verantwortlich gewesen sei.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Luftfahrt laut DLR für 3,5 Prozent der globalen Erwärmung verantwortlich

Die katastrophalen Folgen der Klimakrise seien schon heute vielerorts spürbar. "Verantwortlich dafür ist eine Politik, die auf Konsumanreize setzt, immerwährendes Wachstum verspricht und die Welt ökonomisch in Gewinner und Verlierer spaltet", sagte Ellen Ehmke, Expertin für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland. "Für den Konsumrausch einer reichen Minderheit zahlen die Ärmsten den Preis."

Emissionstreiber SUV

In Deutschland sind laut Oxfam die reichsten zehn Prozent oder 8,3 Millionen Menschen für 26 Prozent der deutschen CO2-Emissionen im untersuchten Zeitraum verantwortlich. Die mit 41,5 Millionen Menschen fünf Mal größere, ärmere Hälfte der deutschen Bevölkerung habe mit 29 Prozent nur etwas mehr verbraucht. Ein Hebel im Kampf gegen den Klimawandel sei der Verkehr, insbesondere der Flugverkehr. Besonders kritisch sieht Oxfam die Stadtgeländewagen (SUV), die zwischen 2010 und 2018 die zweitgrößten Emissionstreiber gewesen seien.

"Wir müssen die Klima- und die Ungleichheitskrise zusammen lösen", sagte Ehmke. Der exzessive CO2-Verbrauch der Reichsten gehe auf Kosten aller und müsse eingeschränkt werden. "Steuern für klimaschädliche SUVs und häufiges Fliegen wären ein erster Schritt."

Von: dpa-AFX, br

Lesen Sie jetzt

Ein Corona-Monat mit einigen Rückschlägen für die Branche

Corona-Lage 08/2020 Die Verbreitung von Sars-Cov-2 steigt im August wieder an. Trotzdem sind die Zahlen in viele europäischen Urlaubsländern weit weg vom Infektionsgeschehen zum Anfang der Krise. Ein gutes Zeichen für die Branche - das aber nicht für die Langstrecke gilt.

Lesen Sie mehr über

Umwelt CO2 Fluggesellschaften Statistik Management Politik Rahmenbedingungen